Interview: Carsharing noch einfacher – Catch a Car startet Pilotprojekt in Basel

Mit dem neuen Angebot der Mobility Genossenschaft wird Carsharing noch praktischer: Catch a Car ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern Autos in Echtzeit zu orten und nach Gebrauch auf öffentlichen Parkplätzen im städtischen Gebiet abzustellen. Wir haben uns mit Patrick Eigenmann, Verantwortlicher Kommunikation & Medien bei der Mobility Genossenschaft, über das innovative Angebot unterhalten.

Während den kommenden zwei Jahren wollen wir Catch a Car so weit optimieren, dass es auch andere Städte bedürfnisgerecht nutzen können. Wir blicken positiv in die Zukunft.

Patrick Eigenmann, Verantwortlicher Kommunikation & Medien bei Mobility

Patrick Eigenmann, welche mobilen Bedürfnisse soll Catch a Car befriedigen?

Patrick Eigenmann: Mit Catch a Car bedienen wir in erster Linie die Nachfrage nach kurzfristiger, individueller Mobilität in Schweizer Städten. Es ist unser Ziel, dieses Angebot als neuen, selbstverständlichen Teil der kombinierten Mobilität zu etablieren.

Welche Personen wollen Sie mit dem Angebot ansprechen?

P.E.: Catch a Car steht allen offen. Wir denken aber, dass vor allem unabhängige, moderne, junge Menschen Gefallen an Catch a Car finden werden. Sie sind spontan unterwegs, technologieaffin und stufen den Zugang zu Mobilitätsdienstleistungen wichtiger ein als den Besitz eines Autos.

Wo liegt genau der Unterschied zum Mobility Angebot? Konkurrenzieren sich die beiden Dienstleistungen nicht gegenseitig?

P.E.: Nein. Catch a Car und Mobility Carsharing sind zwei unterschiedliche, in sich geschlossene Dienstleistungen. Sie ergänzen sich und bieten unseren Kundinnen und Kunden eine breite Carsharing-Palette. Das klassische Carsharing-Prinzip, welches Mobility seit jeher anbietet, basiert darauf, dass ein Nutzer das Fahrzeug vorreserviert und nach der Fahrt wieder an den Abholstandort zurückbringt. Bei Catch a Car hingegen lokalisieren die Members die Catch-Cars per Smartphone und fahren ganz einfach von A nach B. Bezahlt wird pro Fahrminute, während Mobility auf Stundenbasis funktioniert.

Die AMAG unterstützt das Catch a Car Projekt zusammen mit Volkswagen mit 100 VW up! Fahrzeugen.

Wann lohnt sich eine Fahrt mit Mobility, wann eine mit Catch a Car?

Catch a Car ist vor allem auf Kurzstrecken bis eine Stunde ausgelegt, Mobility auf längere Fahrten.

Wohin darf man mit den Catch-Cars fahren? Und wo parkiert man sie?

P.E.: Fahren dürfen Sie zeitlich unbegrenzt und wohin Sie wollen, sogar ins benachbarte Ausland – solange Sie das Auto nach Fahrtende in die Catch-Car-Zone zurückbringen. Dort stellen Sie das Auto auf einem Parkplatz ab, für den eine Anwohnerkarte gilt. Die Catch-Car-Zone umfasst das gesamte Basler Stadtgebiet mit Ausnahme von Riehen und Bettingen.

Auch der Flughafen liegt ausserhalb dieser Zone. Wäre es nicht sinnvoller, solche Gebiete zu integrieren?

P.E.: Das Pilotprojekt hilft uns, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, wie die Kunden unser Angebot nutzen. Wir überprüfen dabei laufend die Nachfrage und nehmen wo nötig Anpassungen vor, auch, was die Catch-Car-Zone anbelangt.

Wo können sich die Mitglieder darüber informieren, in welchen Gebieten Sie die Fahrzeuge abstellen können?

P.E.: Auf Plattformen wie der Website www.catch-a-car.ch, dem Member-Portal und der Catch a Car App. Ausserdem erhalten die Member im Fahrzeug mittels Audio-Funktion Anweisungen. Zum Beispiel, wenn sie ausserhalb der Catch-Car Zone parken wollen.

Auf welche Städte wird das Angebot nach Abschluss des Basler Pilotprojekts ausgedehnt?

Das können wir heute noch nicht beantworten. Wir haben im Vorfeld der Pilotphase mit mehreren Städten das Gespräch gesucht und durchwegs positive Reaktionen erhalten. Basel ist ein hervorragendes Testgebiet, weil es über ausreichend Fläche, Einwohner und Parkplatzlösungen verfügt. Während den kommenden zwei Jahren wollen wir Catch a Car so weit optimieren, dass es auch andere Städte bedürfnisgerecht nutzen können. Wir blicken positiv in die Zukunft.

Vielen Dank für das offene Gespräch. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

P.E.: Ich danke Ihnen!

Mehr Infos und Anmeldung auf www.catch-a-car.ch

Update 2. März 2015

Die Catch-Car-Zone ist ab sofort um das Siedlungsgebiet Allschwil erweitert worden. Damit reagieren die Betreiber kurzfristig auf die sehr positiven Reaktionen und das Bedürfnis ihrer Kunden nach einer Ausdehnung des Nutzungsgebiets. Die neue Catch-a-Car Zone ist neu auf catch-a-car.ch abgebildet.

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Gut zu wissen

  • Wie sind die Catch-Cars versichert? Haftpflicht-, Vollkasko- und Insassenunfallversicherung inklusive
  • Wie hoch sind die Gebühren für falsches Parken? Innerhalb Catch-Car-Zone: CHF 50 plus allfällige Verkehrsbusse. Ausserhalb der Catch-Car-Zone: Verrechnung nach Aufwand (mindestens CHF 50) plus allfällige Verkehrsbusse
  • Wie hoch sind die Kosten für die Nutzung von Catch a Car? Einmalige Registrierungsgebühr von CHF 25 (für Mobility-Kunden CHF 15) Fahrtarif CHF 0.37 pro Minute Zwischenstopps CHF 0.27 pro Minute
  • Was ist mit diesen Kosten gedeckt? Nutzung, Service und Wartung, Benzin, Versicherung, Reinigung, Autobahnvignette, Reifen, Parktarife
  • Gibt es unterschiedliche Tarife für Tag und Nacht? Nein
  • Was ist im Falle eines Unfalls zu unternehmen? 1. sofort die Polizei kontaktieren 2. das 24h-Dienstleistungscenter informieren

Know-How Erweiterung für die AMAG

Die AMAG unterstützt das Catch a Car Pilot Projekt in Basel mit 100 VW up! Fahrzeugen sowie Service-Dienstleistungen. Als Mobilitätsdienstleisterin ist es für die AMAG von Bedeutung, mehr über die sich verändernden Bedürfnisse, Gewohnheiten und Wünsche der Menschen in urbanen Gebieten zu erfahren. Catch a Car bietet der AMAG die Möglichkeit, eigenes Know-How einzubringen und neues dazu zu gewinnen.

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