Die Zukunft der Schweizer Erfolgsfaktoren

Wie steht es um die Erfolgsfaktoren der Schweiz? Können wir getrost zurücklehnen oder sind sie gefährdet? Antworten auf diese Fragen gab Dr. Peter Grünenfelder, Direktor der Avenir Suisse, am AMAG Impuls Frühstück vom 8. Dezember 2017.

Am AMAG Impuls Frühstück, dem Anlass für politische Mandatsträger, erläuterte Dr. Peter Grünenfelder, welche Erfolgsfaktoren die Schweiz ausmachen. Er sähe diese in den demokratischen Mitwirkungsrechten, der guten Wirtschaftsstruktur und Bildungsqualität. Ferner unterstütze auch unser relativ liberale Arbeitsmarkt, welcher aus seiner Sicht grosses Erneuerungspotential aufweist, den Wohlstand des Landes. Dass die Schweiz Innovationsweltmeister ist, sei zudem ein Grund für den Erfolg des Landes. Der Zugang zu den ausländischen Märkten, so weise der Export 80% am Anteil des BIP auf, fördere den Wohlstand weiter. Seit 1848 sei das BIP pro Jahr um 1,6% gestiegen. Die Bevölkerungsstruktur der Schweiz zeige, dass wir ein Migrationsland seien und die Migranten die Erfolgsgeschichte der Schweiz unterstützten.

Dr. Peter Grünenfelder referiert über die Erfolgsfaktoren

 

Gefährdet seien die Erfolgsfaktoren aus Grünenfelder’s Sicht im Reformbedarf bei der Altersvorsorge und bei den Sozialversicherungen. Zudem müsse der Bund mehr in die Bildungsausgaben investieren, um die Wertschöpfung anzukurbeln. Auch die Rentenbezugsdauer resp. dass das Rentenalter nicht nach oben angepasst würde, wirke negativ auf den Arbeitsmarkt ein. Zudem bilde der Ausbildungssektor teilweise am Arbeitsmarkt vorbei. Das Problem verschärfe daneben noch die Vorschriftendichte. Auch das Staatsunternehmertum sei sehr hoch in der Schweiz, was den Wettbewerbsföderalismus zunehmend erschwere.

Dr. Peter Grünenfelder nannte in seinem Gastreferat die folgenden Vorschläge zur Sicherstellung der Erfolgsfaktoren der Schweiz:

  • Entflechtung des Wettbewerbsföderalismus: Aufgaben und direkte Steuern zurück an die Kantone geben.
  • Privatisierung: Debatte um Privatisierung führen und staatliche Risiken reduzieren.
  • Ausländische Investitionen vereinfachen: Wenn mehr Ausländer investieren, fördert dies der Wettbewerb.
  • Mit Ausland vernetzen: Verhältnis zu Europa und der Welt näher betrachten und neue Freihandelsabkommen abschliessen.
  • Vernünftige Raumentwicklung: Sinnvolle Raumentwicklungspolitik und ein natürliches, sachliches Verhältnis zu den ausländischen Arbeitskräften entwickeln.
  • Re-Liberalisierung Arbeitsmarkt: Der digitalen Entwicklung im Arbeitsmarkt Rechnung tragen.
  • Bildungswesen reformieren: Konzentration des Wissens, Entpolitisierung und mehr Wettbewerb sollen das Bildungswesen neu formen.
AMAG CEO Morten Hannesbo (Mitte) diskutiert mit Dr. Peter Grünenfelder (links)

 

Die Schweiz benötige einen gewissen Grad einer breiten Erneuerungskultur. Auf diese Weise liesse sich der Erfolg des Landes weiterführen. Nicht im «status quo» solle erstarrt sein, sondern Dynamik sei gefordert.

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