Ein Interview mit Cihad Erarslan (Porsche Zürich Riesbach)

Ein Ziel vor Augen zu haben ist meist hilfreich. Wie motivierend es ist, auf etwas hinzuarbeiten, erzählt uns der Automobil-Diagnostiker Cihad Erarslan von Porsche Zürich im folgenden Interview.

AMAG Blog: Wie lange sind Sie bereits bei Porsche resp. bei der AMAG?

Cihard Erarslan: Bei der AMAG arbeite ich bereits seit dem Jahr 2003. Angefangen habe ich in der damaligen AMAG Überland , dann war ich von 2010 bis 2013 in der AMAG Autowelt in Dübendorf und seit 2013 arbeite ich im Porsche Zentrum Zürich Riesbach.

Sie haben bereits mehrere Ausbildungen absolviert, was können Sie uns darüber erzählen?

Begonnen habe ich mit einer Lehre als Carrossier Spenglerei, damals noch in der AMAG Überland. Die Ausbildung dauerte von 2003 bis 2007. Danach war ich einige Monate in der RS und habe nach meiner Rückkehr die Ausbildung zum Automobil-Mechatroniker begonnen, welche ich im Jahr 2011 abgeschlossen hatte. Gleich im Anschluss daran habe ich noch den Automobil-Diagnostiker angehängt. Damit war ich im Jahr 2013 fertig und habe vor drei Jahren mit dem Betriebswirt im Automobilgewerbe begonnen. Diese Weiterbildung werde ich voraussichtlich im September dieses Jahr abschliessen.

Cihad Erarslan zwischen zwei Traummodellen in der Werkstatt

Es ist eher ungewöhnlich, dass jemand gleich vier Ausbildungen nacheinander absolviert. Schildern Sie uns doch bitte kurz, wie es dazu kam.

Mobilität ganz allgemein und Autos im speziellen haben mich schon immer fasziniert. Hinzu kommt, dass ich schon vor dem Beginn meiner ersten Lehre wusste, was mein Traumjob ist, nämlich Schadensexperte für Fahrzeuge bei einer Versicherung. Dafür benötigt man einen technischen Hintergrund. Nach der ersten Ausbildung war ich noch nicht zufrieden und wollte noch mehr lernen und erfahren. Und nachdem ich nun drei technische und handwerkliche Ausbildungen abgeschlossen habe, war es mir wichtig, auch noch eine wirtschaftliche Basis zu haben. So kann ich jetzt das gesamte Spektrum abdecken. Als Betriebswirt könnte man beispielsweise Lernende ausbilden oder in Richtung der Betriebsleitung gehen. Für mich waren die Ausbildungen auch immer eine sehr grosse Motivation und haben mich angetrieben, weiter zu machen.

Woher kommt denn diese Faszination für Autos?

Ich bin schon seit jeher von Mobilität und Autos begeistert und mir gefallen sowohl die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre als auch die neuen. Trotz neuer Mobilitätsformen denke ich, dass die Automobilbranche nicht ganz aussterben wird, auch wenn sich die Art der Mobilität und die verschiedene Antriebsformen zukünftig weiter verändern werden.

Wenn man bedenkt, dass gerade Elektromobilität zukünftig weiter zunehmen wird, hat man dann in Ihrem Bereich keine Zukunftsängste?

Sicher ist es so, dass die Elektronik einen immer wichtigeren Teil einnimmt, auch aktuell schon. Aber gerade mit meinem Wunsch, irgendwann als Schadensexperte zu arbeiten, sind meine Aussichten vermutlich nicht die schlechtesten. Selbst wenn Fahrzeuge nur noch elektrisch angetrieben werden, wird es auch in Zukunft noch Unfälle und damit einhergehend Schäden an den Fahrzeugen geben. Zudem gibt es nach wie vor Oldtimer, welche gewartet und repariert werden müssen. Weiterhin gehe ich nicht davon aus, dass wir bereits in 10 Jahren alle in einem selbstfahrenden, elektrisch angetriebenen Auto unterwegs sein werden.

Soeben haben Sie Oldtimer erwähnt, sind Sie ein Fan und haben Sie ein persönliches Lieblingsauto?

Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Wir haben hier immer wieder das ein oder andere ältere Fahrzeug und diese sind auf jeden Fall spannend. Zum Grossteil kommen aber Kunden mit neuen Fahrzeugen zu uns. Ein wirkliches Lieblingsauto habe ich nicht, doch schon seit jeher zählt der Golf 1 zu meinen favorisierten Autos.

Der Golf 1, ein echter Klassiker

Wie sehen Sie vor dem Hintergrund einer technischen Ausbildung die Zukunftsaussichten in der Automobilbranche?

Ich denke, dass es früher vermutlich einfacher war, mit einer Ausbildung Karriere zu machen. Dies betrifft allerdings nicht nur unsere Branche, sondern ist branchenübergreifend zu sehen. Um eine leitende Position zu übernehmen, wird heutzutage meist eine höhere Ausbildung vorausgesetzt. Wie man aber sieht, kann man auch auf eine Ausbildung aufbauen und sich weiterbilden.

Bei vielen technischen Lehrstellen ist es eher schwierig, Jugendliche zu finden, dies eine solche Lehre absolvieren möchten. Was denken Sie, woran das liegt?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade der Beruf des Carrossiers Spenglerei körperlich anstrengend ist. Dies ist natürlich nicht jedermanns Sache und sicher auch mit ein Grund, weshalb solche Lehrstellen schwieriger zu besetzen sind. Im Vergleich dazu ist der Automobil-Mechatroniker zwar körperlich weniger anstrengend, dafür muss man sich ein viel grösseres Fachwissen aneignen.

Ein Traumjob für Autoliebhaber!

Hätten Sie noch einen Tipp für unsere Leser am Schluss?

Das gesetzte Ziel vor Augen haben und auf dieses auch zielorientiert hinarbeiten.

Wir danken Herrn Erarslan und wünschen ihm auch weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

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