Mein spannender Beruf: Carrossier Spenglerei

Die Berufe des Carrossier Spenglerei und Lackiererei haben in der Autobranche einen hohen Stellenwert. Trotzdem werden sie noch oft unterschätzt und kämpfen darum mit Nachwuchsproblemen. Silvan Breuer ist Lernender Carrossier Spenglerei und erzählt von seinen Erlebnissen im Lehrberuf.

Mehr über die Berufe des Carrossier Spenglerei und Carrossier Lackiererei

Silvan Breuer, Lernender Carrossier Spenglerei

Meine Berufswahl

Ich bin ein grosser Autofanatiker. Als es in der Oberstufe mit der Berufswahl losging, erkundigte ich mich gleich danach, welche Berufe etwas mit Autos zu tun haben. Die Beschreibung des Berufes Carrossier Spenglerei war für mich sofort interessant, weil ich gerne mit verschiedenen Materialien arbeite und wegen den Formen, die man an der Carrosserie eines Autos findet. Mich interessierte schon immer wie ein Fahrzeug aufgebaut ist und wie man es repariert. Während meiner Schnupperlehre bei der AMAG durfte ich neben dem Zuschauen auch gleich selber Hand anlegen und schrauben, an Übungsstücken kleine Dellen ausbeulen und ein bisschen schweissen. Den Beruf habe ich dann gewählt, weil er sehr abwechslungsreich ist. Sowohl was die Arbeit, Technik als auch die Materialien betrifft. Der Vorher/nachher-Effekt nach einer abgeschlossenen Reparatur ist zudem faszinierend.

Der Berufseinstieg

Vieles war neu für mich, als ich mit meiner Lehr begann: die Arbeitszeiten, die Schule, das Arbeitsklima und die vielen neuen Menschen die man kennenlernt. Neues ist immer gut, auch wenn es Veränderungen mit sich bringt. Ich habe mich bei der AMAG schnell wohlgefühlt. Vor allem wegen den netten Leuten um mich herum. Das Team ist gegenüber den Lernenden sehr offen, so dass man sich gut eingliedern kann. Beeindruckt haben mich die ersten grösseren Unfallschäden, die ich gesehen habe. Die waren relativ heftig. Da macht man sich schon mal Gedanken.

Berufsalltag

Mir gefällt mein Beruf bis jetzt sehr gut, weil man jeden Tag unterschiedliche Arbeiten bekommt,   sich dabei aber trotzdem immer eine gewisse Linie durchzieht. Man kann es so sagen: Alle Beulen oder Dellen sehen zwar ähnlich aus, werden aber auf unterschiedliche Weisen ausgebeult. Ich glaube, dass der Beruf stark unterschätzt wird und die meisten Leute  nicht genau wissen, was man als Spengler alles können muss! Die Schule ist in diesem Beruf  eine grosse Herausforderung. Meiner Meinung nach wird hier teilweise sehr viel verlangt. Es handelt sich beim Spengler schliesslich immer noch um einen handwerklichen Beruf bei dem zwar fast schon künstlerisches Geschick gefragt ist. Trotzdem sind wir keine  Elektrochemiker. Die wichtigsten Schulfächer sind Mathematik, Fahrzeugtechnik, Werkstoffkunde und geometrisches Zeichnen. Die praktische Ausbildung finde ich sehr cool! Die verschiedenen Materialien, Ausbeulverfahren, Schweissarten, die Demontierarbeiten und verschiedenen Fahrzeuge sind eine Goldgrube für Handwerker, die etwas werden wollen. Am liebsten demontiere ich Teile. und das geht am besten bei der Audi A5 Stossstange. Aber am interessantesten sind für mich grosse Arbeiten wie Komplett-Lackierungen, Seitenwände ersetzten, Auffahrunfälle reparieren, usw. Ich habe schon an vielen schönen Autos gearbeitet und durfte diese auch schon selber fahren. Zum Beispiel den Audi R8, RS6 oder RS4. Aber am schönsten finde ich mit Abstand den Audi RS5 Coupe (ist auch mein Lieblingsauto). Natürlich sind das Aufräumen und das Entsorgen nicht gerade attraktive Arbeiten. Sie gehören aber nun mal auch dazu. Im Team haben Lernende die Aufgabe, alles sauber und aufgeräumt zu halten, zu helfen wo Hilfe benötigt wird und zu schauen, dass alle Materialien auf Vorrat sind. Wenn es schneit oder hagelt ist dies das weisse Gold des Karossiers, denn das bedeutet viel Arbeit. Die Team Arbeit ist dabei extrem wichtig, weil manche Arbeiten nur zu zweit gemacht werden können: Einer für alle, alle für einen. Kundenkontakt hatte ich bisher noch nicht sehr viel, höchstens wenn man mal ein Auto raus bringt zur Übergabe.

Zukunftspläne

Wenn mich die AMAG nimmt, dann bleibe ich noch ein paar Jährchen hier, sammle Berufserfahrung und bilde mich weiter. Meine nächsten Ziele sind die Aluminiumschweissprüfung und eine Weiterbildung als Beulendrücker. Wenn ich ein Vorbild habe, dann sind dies  mein Teamchef und mein Lehrmeister. Sie sind immer korrekt und hilfsbereit und beherrschen unseren Beruf mit Perfektion. Ja, ich muss sagen, dass ich zufrieden bin mit meinem Lehrberuf. Er ist sehr abwechslungsreich, weil er sich laufend mit den Neuerungen in der Autoindustrie weiterentwickeln muss. Das macht ihn spannend. Der Lohn in der vierjährigen Lehre unterscheidet sich nicht gegenüber anderen handwerklichen Autoberufen. Und die Arbeit wird uns definitiv auch in Zukunft nicht ausgehen.

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