1. Du hast die ersten Kantonalzürcher Berufsmeisterschaften in Automobiltechnik gewonnen, herzlichen Glückwunsch! Was ist dir an der Prüfung am leichtesten gefallen?

Am einfachsten war für mich der letzte Posten. Hier ging es um ein Infotainmentsystem, welches mittels Can Bus arbeitet. Der Can Bus ist ein Bussystem und stellt die elektronische Kommunikation zwischen Steuergeräten her. Zuerst mussten wir das Signal aufzeichnen. Danach wurde ein Fehler eingebaut. Es ging darum, den Fehler zu finden und zu benennen. In der Folge musste bei einem weiteren Infotainmentsystem ebenfalls ein Fehler gefunden werden. Dank meiner Kenntnisse, welche unter anderem aus den überbetrieblichen Kursen stammen, die ich hier bei der AMAG absolviert habe, fiel mir die Fehlersuche leicht und ich konnte innerhalb kürzester Zeit sagen, wo sich die Fehler befinden. Die Fehlersuche war für mich an der Prüfung am einfachsten und ich denke, dass ich hier auch die meisten Punkte geholt habe.

2. Und was war an der Prüfung am schwersten?

Grundsätzlich waren alle Aufgaben an der Prüfung anspruchsvoll. Ich persönlich habe das Interview und die Präsentation verbunden mit einer Recherchetätigkeit als die am meisten fordernde Aufgabe empfunden, zumal alles unter Zeitdruck zu erledigen war. Meine Zeiteinteilung war recht gut, obwohl ich nicht alle gestellten Fragen beantworten konnte. Ich habe die Präsentation jedoch ansprechend gestaltet und die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel mit in die Lösung einbezogen. Zudem habe ich versucht, immer Augenkontakt mit den Prüfpersonen herzustellen, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen, was mir auch einigermassen gut gelungen ist. Hier war gefragt, wie die Kandidaten unter Zeitdruck an eine Aufgabe herangehen und welche Lösungsansätze präsentiert werden.

(Anmerkung der Redaktion: Cyrill Wälchli hat hier die meisten Punkte geholt.)

3. Mit deinem Sieg bist du automatisch für die Swiss Skills 2016 qualifiziert, wie wirst du dich hier vorbereiten?

Ich habe ein Schreiben der TBZ (Technische Berufsschule Zürich) erhalten. Darin enthalten ist das Angebot, verschiedene Vorbereitungskurse für die Swiss Skills zu besuchen. Durch den Besuch der Kurse werden die Teilnehmer entsprechend der eigenen Stärken und Schwächen gefördert, um bestmöglich für die Swiss Skills vorbereitet zu sein. Darüber hinaus gehört auch ein theoretischer Teil zur Vorbereitung. In dem Bereich werde ich mich sicher zuhause gut vorbereiten können. Da ich meine Ausbildung zum Automobilmechatroniker im 2016 abschliessen werde, gehe ich davon aus, dass mir somit auch etwas mehr Zeit für die Vorbereitung zu den Swiss Skills zur Verfügung stehen wird.

4. Wie kannst du deine Vorbereitungen auf die Swiss Skills mit der täglichen Arbeit vereinbaren?

Bereits jetzt in der Ausbildung bin ich zeitlich mit Lernen, Prüfungen, den überbetrieblichen Kursen und der praktischen Arbeit im Betrieb gut ausgelastet. Daneben habe ich noch Hobbies, möchte mich zudem noch sportlich betätigen und Freunde treffen, langweilig wird es mir daher nicht. Bereits jetzt investiere ich vor allem an den Wochenenden viel Zeit fürs Lernen, da aktuell meine QV (Abschlussprüfung der Ausbildung zum Automobilmechatroniker) ansteht. Die Vorbereitungen für die Swiss Skills haben noch nicht begonnen. Aber diese zeitlich noch unterzubringen, wird eine herausfordernde Aufgabe werden.

Werkstatt klein

Cyrill Wälchli in der Werkstatt

5. Sind langfristig auch die World Skills 2017 in Abu Dhabi ein Thema?

Aktuell kann ich mir dies noch gar nicht vorstellen. Hier ist allerdings anzumerken, dass ich mir vor kurzem auch nicht vorstellen konnte, die Kantonalzürcher Berufsmeisterschaften in Automobiltechnik zu gewinnen. Dies stimmt mich zuversichtlich und wirkt extrem motivierend. Von ehemaligen Teilnehmern der World Skills habe ich erfahren, wie diese im Detail ablaufen. Mit der sehr intensiven Vorbereitung, die man im Hinblick auf die World Skills absolviert, könnte ich mir eine Teilnahme durchaus vorstellen.

(Anmerkung der Redaktion: Als Sieger der Swiss Skills wäre Cyrill Wälchli automatisch für die Teilnahme an den World Skills qualifiziert.)

6. Durch deine Ausbildung hast du Kontakt zu anderen Lernenden. Was zeichnet die AMAG im Vergleich zu anderen Lehrbetrieben aus?

Bei der AMAG Utoquai habe ich vielfältige Möglichkeiten. Zwar erarbeite ich mir auch einiges selbst, aber die Rahmenbedingungen sind gegeben. Mein Verhältnis zu meinen Vorgesetzten ist sehr gut und sie schaffen es mich zu motivieren. Wenn man in Gesprächen zu hören bekommt, dass man seine Sache gut macht und dass auch der Betrieb mit der Leistung mehr als zufrieden ist, wirkt dies natürlich motivierend und man leistet gerne mehr, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Die Wertschätzung seitens meiner Vorgesetzten ist hoch.
Zudem zeichnet sich die AMAG durch ihre Grösse, ihren hohen Bekanntheitsgrad, ihre breite Fahrzeugpalette interessanter Marken und ihr positives Image aus. Diese Faktoren haben mich damals auch dazu bewogen, meine Lehre hier zu absolvieren.

7. Du wirst deine Ausbildung zum Automobilmechatroniker bei der AMAG Utoquai im Jahr 2016 abschliessen. Was sind deine Pläne nach der abgeschlossenen Lehre?

Direkt im Anschluss an meine Lehre möchte ich sehr gerne noch ein weiteres Jahr für die AMAG Utoquai tätig sein. In diesem Jahr möchte ich mich auf die Berufsmatur vorbereiten, da ich unbedingt studieren möchte. Es ist mir ein sehr grosses Anliegen, in meinem Leben weiter zu kommen und dafür sehe ich ein Studium in Automobiltechnik als notwendig an. Meine Eltern sind eine grosse Unterstützung und fördern mich wo immer möglich. Zusätzlich motivierend sind meine beiden Geschwister, die studieren resp. das Gymnasium besuchen.

8. Wenn du zurück blickst, was hat dir während deiner Ausbildung am besten gefallen?

Kurzfristig zurück geschaut, war mein diesjähriges Highlight die bestandene Autoprüfung, an deren Kosten sich die AMAG beteiligt hat. Nun kann ich bei der Arbeit die Fahrzeuge selbst bewegen und Probefahrten absolvieren. Ich geniesse es sehr, nun selbst fahren zu dürfen. Auch ansonsten macht mir die Arbeit grossen Spass und ich gehe jeden Tag sehr gern zur Arbeit. Auch wenn manches mittlerweile Routine ist, so beinhaltet der Job doch eine grosse Vielfalt und bietet jede Menge Abwechslung. Die Ausbildung zum Automobilmechatroniker war sozusagen die beste Wahl für mich und meine Interessen.

Gewinner klein

Der stolze Gewinner der Kantonalzürcher Berufsmeisterschaften in Automobiltechnik

9. Würdest du dich wieder für eine Ausbildung zum Automobilmechatroniker entscheiden?

Ja, auf jeden Fall. Als es um eine Ausbildungsstelle ging, hatte ich mir zuerst auch Gedanken über eine kaufmännische Lehre gemacht. Jedoch habe ich schnell festgestellt, dass ich mehr der handwerkliche Typ bin. Zudem faszinieren mich Autos schon seit meiner frühesten Kindheit. Und auch die Tatsache, dass ich ganze sechsmal in den Beruf des Automobilmechatronikers hineinschnuppern wollte, zeigt eine eindeutige Tendenz. So kurz vor meinem Abschluss kann ich nun ganz klar sagen, dass die Entscheidung für die Ausbildung zum Automobilmechatroniker bei der AMAG richtig war. Wenn ich nochmals die Wahl hätte, würde ich es wieder genauso machen.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch und viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen!

 

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