Die Präsentation neuer Fahrzeugmodelle ist bereits an sich eine grosse Sache. Bevor die Öffentlichkeit das neue Modell zu Gesicht bekommt, erhält diese zunächst kleine Einblicke in die Namensgebung, deren Entstehungsgeschichte, gefolgt von Designskizzen und ersten Details zum neuen Modell. Dabei wird aber nie zu viel verraten, denn die Spannung soll natürlich bis zum Schluss aufrechterhalten bleiben.

Erst an der internationalen Weltpremiere wird das Geheimnis rund um ein neues Fahrzeugmodell vollständig gelüftet. Und dabei sieht die Öffentlichkeit auch zum ersten Mal die offizielle Kommunikationsfarbe eines neuen Modells.

Und hier stellt sich die Frage, wer entscheidet über die Kommunikationsfarbe bei der Präsentation eines neuen Fahrzeuges? Gibt es hier bestimmte Vorgaben, die eingehalten werden müssen?

 

 

Kateřina Vránová, Coordinator Color & Trim bei ŠKODA AUTO, hat uns exklusiv einige Fragen zum Entstehungsprozess von neuen Fahrzeugfarben beantwortet.

Wer bestimmt die Farbe bei einem neuen Fahrzeugmodell?

Hauptverantwortlich ist die Marketingabteilung. Doch die finale Abstimmung erfolgt immer in Zusammenarbeit mit uns, dem Design-Team.

Wie läuft der Prozess der Farbdefinition genau ab? Werden mehrere Prototypen eines Modells hergestellt und dann mit unterschiedlichen Farben lackiert?

Jede neue Farbentwicklung durchläuft einen ähnlichen Prozess. Denn jedes Jahr machen wir Farbvorschläge – und natürlich ist das bei neuen Modellen immer irgendwie mit einem neuen Farbton verbunden. Die Präsentation der Lieblingsfarbtöne erfolgt an echten Automodellen, die wir dann den Vorstandsmitgliedern zeigen. So hat jede Farbe mehrere Farbtöne. Die Farbe Phönix Orange für den neuen FABIA wurde beispielsweise an einem Auto präsentiert, welches zur Hälfte in einem Farbton und zur Hälfte in einem etwas anderen Farbton lackiert war.

Wer ist für die Benennung der neuen Farben zuständig? Wird dies innerhalb des Teams besprochen?

Mein Kollege, der für die Karosseriefarben zuständig ist, gibt allen Farben einen Namen, um die interne Kommunikation und Vorbereitung zu erleichtern. Einige der Namen werden auch später für die Fahrzeug-Konfiguratoren und Kataloge verwendet. Aber die Hauptverantwortung in Bezug auf die Namensgebung liegt beim Marketing.

Der neue ŠKODA FABIA wurde der Weltöffentlichkeit in der Farbe Phoenix Orange präsentiert.

Und daraus entstehen dann so schöne Wortkombinationen wie Arctic Silver, Moon White, Velvet Red, Phoenix Orange oder Race Blue.

Die Farbe Phoenix Orange beispielsweise kommt mit dem ŠKODA NEW FABIA zum ersten Mal überhaupt bei einem ŠKODA Modell zum Einsatz. Demnächst wird diese Farbe dann auch für das erste vollelektrische SUV von ŠKODA, dem ENYAQ iV, verfügbar sein.

Die Farbenvielfalt in der Schweiz

Doch welche Farben liegen in der Schweiz im Trend? Knallbunt oder doch eher gedeckte Farben?

Hier liegt die klassische Schlichtheit an erster Stelle. Mit knapp einem Drittel ist die Farbe Grau (31.36 %) in der Schweiz am beliebtesten. Die Farben Weiss (24,55 %) und Schwarz (23,71 %) machen jeweils knapp einen Viertel der immatrikulierten Fahrzeuge im Jahr 2021 (Stand 31. August 2021) aus. Erst auf den Plätzen 4 und 5 kommt dann mit Blau und Rot etwas Farbe ins Spiel.

Die beliebtesten Autofarben, der in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeuge von Januar bis August 2021:

Farbe Prozentanteil
Grau 31,36 %
Weiss 24,55 %
Schwarz 23,71 %
Blau 10,35 %
Rot 5,94 %
Grün 1,57 %
Braun 0,72 %
Orange 0,67 %
Gelb 0,61 %

Quelle: auto-schweiz.ch

Tipps für die Farbwahl:

Die Farbe eines Autos soll natürlich in erster Linie gefallen. Will man aber doch noch einige Vorteile daraus ziehen, dann helfen die folgenden Tipps:

  1. Bei hellen Farben fallen Kratzer deutlich weniger auf.
  2. Schlieren, die durch die Waschanlage entstehen können, sind auf hellen Farben weniger gut sichtbar.
  3. Auf Silber und hellen Brauntönen werden Staub und Schmutz am wenigsten hervorgehoben und fallen dadurch weniger stark auf.
  4. Staub und Schmutz sind auf einem dunkelgrauen oder schwarzen Auto am besten sichtbar.

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