Die gute Nachricht vorweg: Bereits über 5,9 Millionen* Personen besitzen einen schweizerischen Führerausweis für Personenwagen. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen, die Fahrprüfung zu bestehen. Auch wenn es vielleicht nicht für alle gleich einfach ist. Alle, die etwas Respekt davor haben, können wir beruhigen, denn:

  • nicht alle haben die Theorieprüfung beim ersten Mal bestanden. Genau genommen schaffen es ca. 78 Prozent der Prüflinge gleich von Anfang an.
  • nicht alle haben die praktische Fahrprüfung beim ersten Anlauf geschafft. Es fallen durchschnittlich in der Schweiz rund 35 Prozent der Fahrschüler durch die erste Prüfung durch.
  • nicht jedem reichen zehn Fahrstunden für das Bestehen das Prüfung. Durchschnittlich braucht ein Fahrschüler ungefähr 40 Fahrstunden, bis er oder sie den Ausweis erhält.

Damit der Weg zum Führerausweis aber so reibungslos wie möglich verläuft, haben wir mit Unterstützung von Willi Wismer, Präsident des Zürich Fahrlehrer Verbands, das «Einmaleins zum Erhalt des Führerausweises» erstellt:

Die Theorieprüfung – Fleiss ist alles

Da kann man gar nicht viel mehr sagen: Wer die Theorieprüfung bestehen will, muss hinter die Bücher und sich bei allfälligen Schwierigkeiten Hilfe beim Fahrlehrer holen. Keiner kennt die vielen Zeichen und Regelungen im Strassenverkehr einfach so. Man muss sie sich anschauen, ihre Bedeutung lernen und merken.

Fakten

  • Die Theorieprüfung besteht aus 50 Multiple Choice-Fragen (maximale Punktzahl = 150)
  • Man hat 45 Minuten Zeit, um die Prüfung zu absolvieren und darf max. 15 Fehlerpunkte haben

Tipps & Tricks

  • Holt euch ein offizielles Lehrmittel oder ladet euch eine App auf euer Handy, um alle Regelungen kennen zu lernen
  • Prüft euch selber, indem ihr fleissig Onlinetests absolviert. Damit erfahrt ihr, wo ihr mit eurem Wissen steht und simuliert gleichzeitig die Prüfungssituation.
  • Meldet euch bei Schwierigkeiten frühzeitig bei einem Fahrlehrer. Er kann euch bereits bei der Theorie unterstützen, was euch dann auch in den Fahrstunden viel bringt. Denn die Theorie ist die Grundlage für eure weitere «Autofahr-Karriere» – oder habt ihr schon einmal ein Spiel gespielt, ohne die Spielregeln zu kennen?

Der Fahrlehrer – eine Lernbeziehung auf engstem Raum

Die Wahl des richtigen Fahrlehrers ist entscheidend für euren Erfolg. Je besser ihr mit eurem Lehrer harmoniert, desto einfacher wird das Üben für euch. Mit dieser Person verbringt ihr eine intensive, herausfordernde Zeit des Lernens. Es ist also essentiell, dass ihr gerne in die Fahrstunden geht und ein gutes Verhältnis zu eurem Fahrlehrer habt.

Fakten

  • Allein im Kanton Zürich gibt es über 650 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer (Quelle: StVA Zürich), ihr habt also die Qual der Wahl

Tipps & Tricks

  • Fragt in eurem Bekanntenkreis nach guten Kontakten
  • Die meisten Schweizer Kantone haben einen Fahrlehrer Verband. Auf den jeweiligen Webseiten findet ihr alle Fahrlehrer, die Mitglied sind (inkl. Website / Kontaktangaben).
  • Es gibt auch Onlineportale, bei denen man Fahrlehrer vergleichen kann. Bitte beachtet, dass nicht alle Fahrlehrer dort vertreten sind und, dass das billigste Angebot selten das Beste ist.
  • Falls ihr bei euren ersten Fahrstunden merkt, dass ihr mit eurem Fahrlehrer nicht auf einer Wellenlänge seid, sprecht das offen an und wechselt wieder – je früher desto besser.

Die Fahrstunden – üben, üben, üben

Die einen lernen schneller, die anderen brauchen etwas mehr Zeit. Sich die ganzen Fertigkeiten, sowie Automatismen anzueignen und plötzlich ein Auto alleine zu lenken, braucht Zeit und Übung. Den nötigen Respekt vor dem Fahren zu haben, ist aber auch wichtig. Was euch in diesem Prozess unterstützen kann, ist das Üben in eurem privaten Umfeld. Es hilft enorm das Gelernte so zu vertiefen. Nicht selten führt dies aber auch zu Diskussionen mit der Begleiterin oder dem Begleiter über die Regeln im Strassenverkehr. Führt diese Gespräche aber unbedingt erst nach der Lernfahrt am Tisch oder im stehenden Auto und erklärt, wie ihr es beim Fahrlehrer gelernt habt und warum das so ist.

Fakten

  • Durchschnittlich brauchen Fahrschüler in der Schweiz ca. 40 Fahrstunden bis sie die Prüfung bestehen
  • Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) und die Fahrlehrer empfehlen mindestens 3’000 km privat zu machen, um all das neue Wissen zu verinnerlichen und die Fertigkeiten in Automatismen übergehen zu lassen.

 Tipps & Tricks

  • Lasst euch von niemandem unter Druck setzen, jeder hat sein eigenes Tempo. Es ist egal, wie viele Fahrstunden ihr benötigt. Die Hauptsache ist, dass ihr euch erst dann zur Prüfung anmeldet, wenn euch dabei wohl ist und ihr euch sicher fühlt, das Auto ganz alleine zu fahren.
  • Macht private Übungsfahrten mit euren Eltern oder Bekannten. Damit könnt ihr euch einige Fahrstunden sparen und werdet sicherer. Beachtet dabei die Regeln für begleitete Lernfahrten und den Ratgeber für Lernfahrende. Schaut euch zudem die informativen und trotzdem unterhaltsamen Videos vom bfu dazu an («aller Anfang ist Parkplatz» und «üben, üben, üben»).
  • Simuliert mit eurem Fahrlehrer bei der letzten Fahrstunde vor der Prüfung eine Prüfungsfahrt.

Die praktische Fahrprüfung – cool bleiben und Nerven bewahren

Es gibt keinen Grund, nervös zu sein! Wenn ihr die Tipps berücksichtigt, seid ihr super vorbereitet und habt inzwischen viel Praxiserfahrung. Lasst euch von der Prüfungsangst nicht zu sehr einschüchtern, sondern redet euch positiv zu, denn wir sind überzeugt: Ihr schafft das!

Fakten

Tipps & Tricks

  • Erzählt nicht all euren Freunden, wann ihr eure Prüfung habt, das macht nur unnötig Druck.
  • Macht die Prüfung nicht zu einem Zeitpunkt, in dem ihr noch andere grosse Herausforderungen (wie bspw. die LAP) habt.
  • Geht ausgeschlafen und ohne Zeitdruck zur Prüfung.
  • Denkt nicht an mögliche Fehler, die geschehen könnten. Denkt daran, wie ihr nach der Prüfung euren provisorischen Führerausweis in der Hand haltet und eure Freunde darüber informiert.
  • Macht mit eurem Fahrlehrer eine Lektion vor der Prüfung, um die wichtigsten Punkte nochmal zu besprechen.
  • Lasst Angst zu, sie zu ignorieren bringt nichts. Ihr dürft euch bei der Prüfung ruhig auch einmal anmerken lassen, dass ihr etwas nervös seid. Ist die Nervosität zu gross, versucht es mit homöopathischen Mitteln – nützt es nichts, so schadet es zumindest auch nicht.
  • Hört gut zu, was der Prüfungsexperte von euch möchte und setzt es so um.
  • Habt keine Angst vor Kritik: Denn ein Feedback während der Prüfung des Experten bedeutet nicht, dass ihr durchfällt. Es ist eher eine Hilfe was er gerne besser von euch sehen will.
  • Gebt nicht auf! Falls euch während der Prüfung ein Fehler unterläuft, gebt weiterhin euer Bestes – niemand fällt wegen einem kleinen Fehler durch.

Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass ihr ein weiteres Mal zur Prüfung antreten müsst. Wie wir inzwischen wissen, kommt das nicht allzu selten vor, also macht euch keinen Kopf und schämt euch nicht dafür. Erst beim dritten Anlauf wird es etwas komplizierter: Falls ihr auch beim dritten Versuch nicht erfolgreich sein solltet, müsst ihr einen Fahreignungstest absolvieren, um zum vierten Mal zur Prüfung zugelassen zu werden. Aber wie gesagt, mit den vorangegangenen Tipps und Tricks seid ihr bestens für eine erfolgreiche Fahrprüfung gerüstet.

Was ihr auf eurem Weg zum Führerausweis sonst noch alles beachten müsst (wie das Einholen eines Sehtests, das Absolvieren des Nothelferkurses etc.), erfahrt ihr hier.

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