Vier AMAG Führungskräfte erklärten Nicole Jans, Leiterin HR Development, wie sie ihre Rolle als Vorgesetzte wahrnehmen, was ihnen beim Thema Führung besonders wichtig ist und welche Erfahrung sie anderen Vorgesetzten weitergeben möchten. Ein Sammelsurium an spannenden und lehrreichen Antworten und ein Einblick in die moderne Welt des Leadership.

Luca Hufschmid, Manager Pricing
«Ich möchte vermehrt meine Mitarbeitenden und weniger meine Person im Rampenlicht sehen»

Luca, wieso bist du Führungskraft geworden?

Führ ung hat mich schon länger fasziniert. Ich mag Menschen und kann mich gut in deren Lage versetzen und ihre Bedürfnisse verstehen. Hauptsächlich hat mich die Herausforderung gereizt, andere Mitarbeitende fordern wie auch fördern zu können. Es ist mein eigener Anspruch, mein Team jeden Tag ein bisschen besser zu machen und das volle Potenzial meiner Mitarbeitenden abrufen zu können. Hierbei orientiere ich mich daran, die richtigen Dinge richtig zu tun und gemeinsam aus Fehlern zu lernen. Als ich schliesslich im Juli 2018 die Chance erhalten habe eine Führungsposition zu übernehmen, habe ich diese Herausforderung sehr gerne angenommen und bis heute nicht bereut.

Was sind für dich die grössten Herausforderungen in der Führung?

Für mich war speziell, dass ich zuerst Mitarbeitender und nachher Führungskraft im selben Bereich geworden bin. Hier musste ich lernen mich abzugrenzen, meine neue Rolle zu finden und zu definieren. Da ich vorgängig praktisch keine Führungserfahrung hatte, suchte ich mir Mentoren, die mich in dieser Entwicklung unterstützen konnten.

Die neue Führung auf Distanz empfinde ich auch als sehr herausfordernd. Während dem Corona-Lockdown habe ich festgestellt, dass der Planungs- und Abstimmungsaufwand innerhalb eines Teams grösser wird. Zudem ist aufgrund der physischen Distanz bei mobilem Arbeiten die Kommunikation noch wichtiger geworden, insbesondere um die Nähe zu den Mitarbeitenden aufrecht zu erhalten. Hierfür ist klares, transparentes und direktes Feedback sicherlich hilfreich.

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Franziska Schmidt, Teamleader Marketing Communication Audi
«Ich möchte mit meinem Team den Blinker setzen und die PS auf die Strasse bringen.»

Franziska, wie erlebst du als weibliche Führungsperson die doch immer noch stark männlich geprägte Automobilbranche? Gibt es spezielle Herausforderungen?

Das ist tatsächlich nicht immer ganz einfach (schmunzelt). Es hilft sicher, wenn man Biss und ein dickeres Fell hat und sich mit Fachwissen und Kompetenz Akzeptanz verschafft. Ich persönlich sehe sehr viele Vorteile durch die entstehende Diversität. Frauen haben oft nochmal eine andere Sicht der Dinge, bringen neue Perspektiven und zusätzliche Aspekte ein – und manchmal auch eine Spur mehr Feingefühl. Ich würde mir wünschen, dass es in der AMAG noch mehr Führungskolleginnen gäbe.

Was möchtest du von deinen Erfahrungen an angehende Führungspersonen mitgeben?

Ich erachte es als extrem wichtig, einen guten Team Spirit zu pflegen und vor allem Spass am Arbeitsplatz zu haben – dein Team soll einfach gerne mit dir zusammenarbeiten. Ich bin klar der Meinung: Nur wer selbst brennt, kann in anderen ein Feuer entfachen. Eine offene und transparente Kommunikation, Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden und auch mal operativ anpacken zu können – das sind für mich simple, aber sehr wichtige Elemente einer guten Führung. Zentral ist es auch, eine Balance zwischen Delegation und «DIY» zu finden. Gerade wenn man wie ich aus dem Team heraus eine Führungsrolle übernimmt.

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Michel Ballistreri, Head of Business Growth bei der AMAG
«Man hat immer die Mitarbeitenden, die man verdient»

Was heisst für dich in der heutigen Zeit Führung, Michael?

Führung heisst für mich, dass man sich als erstes selbst führen kann. D.h. die eigenen Stärken und Schwächen kennen, sich regelmässig reflektieren, vor allem auch dann, wenn etwas nicht so erfolgreich war. Führung bedeutet auch, den Mitarbeitenden eine Richtung aufzeigen und ihnen den Weg zu ebnen, damit sie erfolgreich sein können.

Was sind die grössten Herausforderungen für heutige Führungskräfte?

Eine der grössten Herausforderungen ist sicher die VUCA-Welt (steht als Abkürzung für: Volatilität (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Vieldeutigkeit (Ambiguity), in der wir leben. Dafür braucht es einen «Growth Mindset» sowie die entsprechenden Skills. Dazu gehören unter anderem der Mut Dinge auszuprobieren, Risiken einzugehen und ohne Sicherheitsnetz in unbekannte Gewässer einzutauchen. Leider erlebe ich es immer wieder, dass Personen Veränderungen aus Angst oder Unsicherheit blockieren und damit die Innovation und den Fortschritt verhindern.

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Veprim Haliti, Geschäftsführer AMAG Pratteln, Liestal und Rheinfelden
«Als Führungsperson bist du nur so gut wie deine Mitarbeitenden»

Wieso hast du dich für eine Laufbahn als Führungskraft entschieden?

Das sind hauptsächlich drei Gründe: Ich wollte erfahren, ob meine theoretischen Vorstellungen und Konzepte der Führung in der Praxis auch tatsächlich zum Erfolg führen. Zudem haben mich Zahlen schon immer fasziniert und ich wollte die Herausforderung annehmen, gemeinsam mit Menschen die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Und zuletzt bin ich ein Mensch, der gerne vorwärts geht und Dinge bewegt. Das alles ist in einer Führungsrolle möglich.

Hast du ein Vorbild?

Nein, ich habe kein eigentliches Vorbild. Ich höre jedoch häufig Podcasts oder TED Talks zu Führungsthemen und hier gefallen mir die Ansätze und Konzepte von Simon Sinek sehr gut. Zudem habe ich während meiner Zeit als Projektmanager sehr viele Führungsstile beobachten können, darunter auch einige abschreckende Beispiele, bei denen ich mir gedacht habe, dass ich das nie so machen möchte.

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