Am Automobilsalon 2018 haben sich alle Autohersteller wiederum von ihrer besten Seite präsentiert. Der Fokus lag dabei auf den neuen Antriebsformen – vom klassischen Verbrenner mit neuen Treibstoffen, Hybrid bis hin zu Akku-Elektroantrieb oder dem Brennstoffzellen-Antrieb. Doch es stellt sich die Frage, wie schnell der Wandel effektiv kommt, respektive wie lange der klassische Verbrenner noch das Mass aller Dinge sein wird und wann er vollständig von der Elektromobilität abgelöst wird?

Darf man den Aussagen der meisten Automobilhersteller glauben, so wird die Kombination Akku-/Elektroantrieb in den kommenden Jahren den Markt am stärksten verändern. Doch streiten sich die Experten, wie schnell das gehen wird oder wie schnell alle Ankündigungen wahrgemacht werden. Und dann, wie schnell man auf der Strasse effektiv eine Veränderung wahrnehmen wird.

Klar ist, ohne aktive Veränderung der verschiedenen Parameter (Preis, Verfügbarkeit, gegebenenfalls Lenkungsmassnahmen), wird es noch eine ganze Weile dauern, bis das klassische Auto mit Verbrennungsmotor gänzlich verschwinden wird. Warum? Ganz einfach, weil ein Auto kein Wegwerfartikel, sondern mitunter eine der grössten Investitionen in einem Haushalt ist. Und darum wird ein Auto auch länger genutzt als z.B. ein Smartphone. Ein Vergleich, dass es hier nur gerade zehn Jahre gedauert hat, um einen Markt komplett zu verändern, greift hier zu kurz. Ein Auto wird im Schnitt ca. 15 Jahre genutzt. Das heisst, heute gekaufte Autos werden mindestens bis 2033 auf der Strasse zu sehen sein.  

Elektromobilität in der Schweiz im Jahr 2025

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz rund 314’000 Neuwagen verkauft.. Davon hatten rund 2.7 Prozent einen Elektroantrieb – entweder rein Elektro oder Plug-in-Hybrid. Für das Jahr 2025 wird prognostiziert, dass rund 25% aller dann verkauften Neufahrzeuge einen elektrischen Antrieb (Elektro- oder Plug-In-Hybrid) haben werden. Das heisst im Umkehrschluss, dass noch 75% einen mehr oder minder konventionellen Antrieb haben werden. Bleiben wir bei rund 315’000 Neuzulassungen auch im Jahr 2025, so sind das immer noch rund neue 235’000 reine Verbrenner.

Wenn man nun in Betracht zieht, dass ein Auto eben rund 15 Jahre genutzt wird, dann werden diese 235’000 Fahrzeuge erst 2040 ausser Verkehr gesetzt.

Nimmt man den Personenwagenbestand der Schweiz von 2016 mit über 4,5 Millionen Autos volumenmässig unverändert als Grundlage und rechnet die prognostizierten Zuwachsraten von Elektrofahrzeugen (Elektro- und Plug-In-Hybrid) der kommenden Jahre dazu, sind 2025 immer noch 4,2 Millionen Autos in der Schweiz mit herkömmlicher Technik unterwegs. Im Jahr 2030 sind es noch rund 3 Millionen. Entsprechend wird es noch eine Weile dauern, bis die Mehrheit in der Schweiz «elektrisch» unterwegs sein wird.

Noch als Erlkönig verkleidet: der Audi e-tron an der Geneva International Motorshow 2018

Audi präsentierte den e-tron Prototyp am Autosalon in Genf

Markante Veränderungen wird es nur geben, wenn sich die Rahmenbedingungen drastisch verändern würden. Das ist aktuell nicht ersichtlich. Der Kunde wird dann ein elektrisches Auto kaufen, wenn er für sich selber einen Mehrwert sieht und wenn mit keinen Komforteinbussen gerechnet werden muss. Die Mobilität muss auch elektrisch im täglichen Gebrauch Spass machen und darf keinen Verzicht bedeuten.

 

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