Franca, erzähle uns doch von deinem Werdegang.

Ich bin mit 10 Jahren aus Kalabrien in die Schweiz gekommen. Von meinem Temperament her bin ich sicher zu 100% Italienerin und im Herzen stolze «Kalabresin» und Schweizerin. Mein beruflicher Weg hat mich ursprünglich zu einer Coiffeur Lehre geführt, die ich jedoch nach 9 Monaten abgebrochen habe, da dies nicht meine Welt war.

Nach einer Bürolehre habe ich meine ersten beruflichen Erfahrungen als Telefonistin und Empfangsdame bei einer amerikanischen Firma gesammelt. Im Jahre 1990 hat es mich dann in die Automobilbranche gezogen, wo ich bei Ford mehrere Jahre in verschiedenen Funktionen tätig war. Zuerst wiederum als Telefonistin, dann als Assistentin des Finanzdirektors, als Einkäuferin, als Allrounderin und zuletzt als Leasingberaterin bei Ford Credit Europe.

Nach einem 5-jährigen «Ausflug» in die Versicherungsbranche, wo ich als Direct Marketing Coordinator und Campaign Managerin tätig war, zog es mich 2002 wieder zurück in den Automobilbereich. Ich stieg bei Daimler Chrysler Schweiz als Assistentin Relationship Marketing Mercedes Benz ein, bis ich eines Sonntagnachmittags einen Anruf eines ehemaligen Arbeitskollegen erhielt, der mich wieder zu Ford zurückholte. Die nächsten 12 Jahre arbeitete ich in der Disposition und war Product Managerin für Personenwagen und für Nutzfahrzeuge.

Im 2019 wurde meine Funktion nach Deutschland verlagert und ich entschied mich, die Chance zu packen und mir meinen lang gehegten Wunsch nach einer längeren Auszeit zu erfüllen. Im Januar stieg ich schliesslich voller Freude und Erwartungen ins Flugzeug nach Costa Rica, wo ich Spanisch lernte und drei erlebnisreiche und unvergessliche Monate verbrachte. Leider zwang mich COVID, mein Abenteuer vorzeitig abzubrechen und im Frühling 2020 wieder in die Schweiz zurückzukehren.

Als ich dann die Stellenausschreibung der AMAG sah, wusste ich sofort: das passt genau zu mir. Wie es scheint, waren die Verantwortlichen der AMAG der gleichen Meinung und ich habe nach den Vorstellungsgesprächen und einem Schnuppertag eine Zusage erhalten.

Wie hast du deine erste Zeit bei der AMAG erlebt?

Ich habe mich sofort zu Hause gefühlt und wurde von allen sehr gut aufgenommen. Auch habe ich viele bekannte Gesichter aus meinen früheren Tätigkeiten wieder getroffen, denn die Automobilbranche ist wie eine Familie, wo man sich kennt. Ich durfte zudem eine sehr gute Einarbeitung geniessen. Jeder hat sich für meine Fragen Zeit genommen und war sehr hilfsbereit. Heute erfüllt es mich mit Stolz, dass die neuen Mitarbeitenden mit ihren Fragen zu mir kommen und ich sie mit meinem Wissen unterstützen kann.

Über Francesca

Person: Francesca Nadig-Napoli, Ü50

Funktion: Product Manager Volkswagen, AMAG Import AG
Interessen und Hobbies: Ihre grosse Familie, Kochen, Wein, Badminton

Du hast dich mit Ü50 nochmals neu orientiert. Welche Erfahrungen hast du auf dem Arbeitsmarkt gemacht?

Ich habe mich mit einer grundsätzlich positiven Einstellung an die Arbeitssuche gemacht und war überzeugt, dass ich zum richtigen Zeitpunkt die passende Stelle finde. Um meine Chancen zu erhöhen, habe ich mich zudem entschieden, meine Bewerbungsunterlagen professionell aufbereiten zu lassen. Diese sind wie eine Visitenkarte und vermitteln der Firma einen ersten, wichtigen Eindruck. Schlussendlich war es sicher auch hilfreich, dass ich in meinem Erfahrungsgebiet einen neuen Job gesucht habe. Ich könnte mir vorstellen, dass es schwieriger wäre, in meinem Alter nochmals einen kompletten Neustart zu wagen. Auf jeden Fall haben sich meine Anstrengungen schlussendlich gelohnt. Ich durfte mich an mehreren Orten vorstellen, einmal sogar per WhatsApp-Anruf direkt aus Costa Rica, und habe schliesslich bei der AMAG meine Traumstelle gefunden.

Welche Träume und Wünsche hast du noch für die Zukunft?

Wenn ich nochmals von vorne beginnen könnte, würde ich Önologie oder Meteorologie studieren. Weine sind etwas faszinierendes und ich habe hobbymässig diverse Weinkurse gemacht. Eine Zeit lang habe ich neben meiner «normalen Arbeit» eine Bar geführt, wo ich meine Leidenschaft als Gastgeberin und für Wein ausleben konnte. Das war eine sehr intensive und anstrengende Zeit, trotzdem möchte ich keine Sekunde davon missen. Ich könnte mir gut vorstellen, nochmals in diese Richtung zu gehen. Wer weiss, was die Zukunft bringt.

Ein weiterer Wunsch ist es ebenfalls, meine geplatzten Reisepläne doch noch in die Tat umzusetzen. Eigentlich wollte ich die Inkastadt Machu Picchu besuchen – ein Traum, den ich schon seit Ewigkeiten hege. Nachdem der erste Anlauf nicht geklappt hat, werde ich dies hoffentlich in Zukunft irgendwann realisieren können.

1 Kommentare

  • Ralph Helbling

    Liebe Franca
    Weiterhin viel Erfolg, hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen, lg Ralph