Wir treffen «Frane» in der Projektzone am AMAG Hauptsitz in Cham. Er begrüsst uns lächelnd mit einer «coronakonformen» Geste. Schnell wird klar, dass uns hier ein sehr aufgestellter und lebensfroher Mensch gegenübersteht. Schon viele Jahre ist er bei der AMAG tätig und wir freuen uns auf seine spannenden Geschichten.

Lieber Frane, wer bist du? Beschreib dich kurz in eigenen Worten.

Mein Name ist Francisco Javier Vazquez, was für viele ein Zungenbrecher ist – deshalb bin ich für die meisten, die ich kenne, «Frane» (lacht). Ich bin in der Schweiz geboren, habe aber immer noch die spanische Staatsbürgerschaft. Meine Grosseltern waren bereits hier, mein Vater kam jedoch erst nach der Schulzeit in die Schweiz. Ich bin quasi die zweieinhalbste Generation.

Wie sieht deine berufliche Laufbahn aus und was hat sich in den Jahren geändert?

Ich habe ursprünglich eine Lehre als Elektromonteur gemacht, was mir zum Teil heute noch zugutekommt. 1991 habe ich dann per Zufall, durch die Empfehlung eines Kollegen, in die IT gewechselt. Schon damals habe ich mit dem Commodore (alter Heimcomputer) oft und gerne programmiert. Die Faszination für die IT war also schon immer da.

2003 kam dann schliesslich der Wechsel in den IT Support der AMAG in Buchs. Nach ca. 4 Jahren habe ich begonnen, mich um die anspruchsvollen Fälle in der ganzen Schweiz zu kümmern und auch um die Technik beim Neu- und Umbau unserer Garagen. Dazu gehörte auch die technische Integration von übernommenen Betrieben. Das war für mich ein grosser Vorteil, weil ich so alle AMAG Garagen und ihre Mitarbeitenden kennenlernen durfte.

Mit der Zeit ist alles immer komplexer und aufwändiger geworden. 2012 entwickelte sich die One-Man-Show zu einer grösseren Struktur mit mehreren Mitarbeitenden. Das war der Beginn des heute noch existierenden Onsite Support (OSS), der den Garagenbetrieben in allen Regionen zur Seite steht und die Schnittstelle zur AMAG Informatik in Cham bildet.

Bis April 2019 gehörte ich dem OSS an, bis mir die Chance geboten wurde, vermehrt IT-Infrastruktur-Themen an die Hand zu nehmen. Ich habe diese neue Herausforderung sehr gerne angenommen. Seit Februar 2020 arbeite ich nun im Team Demand & Projektmanagement, wo ich mein Wissen und meine Erfahrungen (auch innerhalb der AMAG) einbringen, mich aber auch weiterentwickeln kann.

Frane in der Projektzone am AMAG Hauptsitz in Cham – Remote Working ist für ihn keine Ausnahme.

War denn früher wirklich alles besser?

Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto öfter hört man diesen Satz. Wahrscheinlich wurde das vor 2000 Jahren schon gesagt (lacht). In Bezug auf den Support würde ich sagen, dass der Job an sich früher vielfältiger war. Ich hatte mehr verschiedene Bereiche, für die ich zuständig war und konnte vieles selbst machen. Heute sind diese Bereiche viel klarer abgegrenzt und jeder ist Spezialist auf einem bestimmten Gebiet, da alles viel grösser geworden ist.

Jedoch war es nicht besser, sondern anders. Fakt ist, wenn man nicht mit der Zeit geht und «mitmacht», wird man irgendwann von der Entwicklung überrollt.

IT Support-Team vor der AMAG in Buchs ZH im Jahr 2003 mit Frane (vorne links).

Wie hat die Digitalisierung deinen Beruf verändert bzw. beeinflusst?

Ich würde sagen, dass wir von den «Machern» eher zu den Analysten geworden sind. Die Digitalisierung hat vieles automatisiert. Früher hat man vor Ort noch die Software installiert und heute wird das im Hintergrund automatisch erledigt. Dies ist nicht immer nur ein Vorteil. Es geht zwar alles schneller, aber in Sachen Kundenorientierung war der Support vor Ort persönlicher. Wenn die eingespielte Software bspw. nicht auf Anhieb funktioniert hat, konnte man direkt eingreifen. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Die Arbeit hat sich mit der Digitalisierung vermehrt ins Backoffice verlagert. Heute brauchen wir mehr Leute, die im Hintergrund unterstützen und nicht mehr so viele Personen vor Ort.

Was würdest du heute anders machen?

Grundsätzlich würde ich nicht vieles anders machen. Es gibt sicher Dinge, die ich vielleicht früher mehr hätte beachten sollen, bspw. aus finanzieller Sicht. Ab Ende der 80er war ich die darauffolgenden Jahre immer im Januar und Februar zwei Monate auf Reisen. Das war damals voll mein Ding und ich habe bereits beim Einstellungsgespräch erwähnt, dass ich das auch weiterhin machen möchte (lacht). Ich habe dann jeweils einen Monat Ferien und einen Monat unbezahlten Urlaub genommen. Heute könnte ich das nicht mehr machen, da ich jetzt Familie habe, was aber genau so schön ist. Die Dinge ändern sich nun mal und das ist auch gut so.

Frane mit einer seiner verrückten Frisuren zu seiner Anfangszeit bei der AMAG.

Was würdest du einem 20-jährigen mit auf den Weg geben?

Er soll in erster Linie sein Leben leben, seine Wünsche und Ziele nicht aus den Augen verlieren und an das glauben, was er kann. Hierzu habe ich ein Beispiel: Als mein ehemaliger Arbeitgeber aufgrund von strukturellen Veränderungen alle Mitarbeitenden entlassen hat, war ich ein halbes Jahr arbeitslos. Da habe ich mir überlegt, ganz von der IT weg zu gehen. Ich habe mich zurückerinnert, was ich früher gerne machen wollte und das war Lokführer. Also ging ich zu einem Infoabend der SBB mit 150 anderen Personen. Unzählige davon haben sich beworben, eingestellt wurde schlussendlich aber nur einer. Ich schaffte es unter die Top 3, worauf ich bis heute sehr stolz bin. Dann sah ich jedoch das Stellenangebot der AMAG, habe mich beworben und den Job erhalten. Einige Monate später hat mich die SBB angerufen und mich gefragt, ob ich noch Interesse habe…ich war bei der AMAG aber bereits «angekommen» und zufrieden mit meinem Beruf in der IT.

Trotzdem hat mir das gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will und seine Träume nicht aus den Augen verliert.

Francisco Javier Vazquez, 54 Jahre alt

  • ist Demand- & Projektmanager bei der AMAG
  • ist offen gegenüber Veränderungen
  • hatte in seinem Leben schon viele verrückte Frisuren.

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2 Kommentare

  • Claudia Keller

    Danke für deine kompetente Unterstützung in den „alten Zeiten“, schade dass wir nicht mehr so viel miteinander zu tun haben, aber zum Glück gibt es Helix.

  • Evelyn Pfister

    Danke für die gute Zusammenarbeit in diversen Projekten. Ich freue mich auf weitere Projekte.