1. Cédric, du fotografierst Luxusautos, betreibst also Car-Spotting, wie kamst du auf diese Idee?

Ich interessiere mich schon seit längerer Zeit für Fotografie. Zuerst bestand das Interesse für Fotografie im Allgemeinen, dann kam die Spezialisierung auf Autos hinzu. Ich war einige Male in Zürich und habe beobachtet, dass dort extrem viele exklusive Fahrzeuge zu sehen sind. Ich habe dann meine Kamera mitgenommen und begonnen, Luxusautos zu fotografieren.

2. Seit wann machst du das schon und warum hast du bestimmte Social Media Kanäle zur Verbreitung ausgewählt?

Seit Juni 2014 fotografiere ich Luxusfahrzeuge, also noch nicht seit allzu langer Zeit. Ich bin auf relativ vielen Social Media Kanälen unterwegs, habe keine bestimmten ausgewählt. Instagram ist der Kanal, auf dem ich die meisten Follower habe. Hier hatte ich zuerst ein privates Profil, welches nach und nach mit den Fotos der Autos ergänzt wurde. Unter «Cars in Zurich» habe ich mittlerweile 58‘000 Follower auf Instagram. In diesem Bereich hat meine Seite schweizweit die meisten Fans.

3. Wie wählst du die Fahrzeuge aus, die du fotografierst?

Dies richtet sich in erster Linie nach meinen persönlichen Interessen. Es können seltene Fahrzeuge sein, Autos, die zwar nicht selten sind, aber beispielsweise eine spezielle Farbe haben oder auch welche, die mir gefallen, bei denen andere vielleicht nicht nachvollziehen können, wieso ich sie jetzt fotografiere. Ein Beispiel wäre hier der Audi RS 6 der ersten Generation, der mir persönlich sehr gut gefällt.

Der Fotograf Cédric Plattner sitzend, im Vordergrund ein Ferrari LaFerrari

Der Fotograf Cédric Plattner sitzend, im Vordergrund ein Ferrari LaFerrari

4. Wie sind die Reaktionen der Autobesitzer, deren Fahrzeuge du fotografierst? Hattest du hier schon ein richtiges Negativerlebnis?

Die Reaktionen der Besitzer sind in der Regel mehr als positiv. Bei einer Anfrage, ob ich das gewünschte Fahrzeug fotografieren darf, sind die Besitzer erfreut und fast schon etwas mit Stolz erfüllt, dass gerade ihr Fahrzeug als Motiv für ein Bild herhalten soll.

5. Du betreibst die Fotografie noch nicht allzu lange und hast dennoch schon eine grosse Anzahl an Followern auf Instagram, herzlichen Glückwunsch! Hast du dein Hobby irgendwo beworben?

Nein, ich habe keinerlei Werbung gemacht. Über Social Media gab es ein organisches Wachstum. Begonnen hat es mit meinem privaten Profil, welches dann zu «Cars in Zurich» wurde. Einige meiner Instagram-Follower kenne ich auch persönlich und so ist das Netzwerk innerhalb der kurzen Zeit stark gewachsen.

6. Wie erklärst du dir deinen grossen Erfolg?

Ich denke, dass alles mit guten Bildern zusammen hängt. Gute Bilder werden kommentiert, man erhält Empfehlungen und die Bilder werden so im Netz rasch verbreitet und auch auf grossen Seiten nochmals publiziert, sogar mehrfach. So erhält man dann natürlich eine grosse Reichweite und kann seinen Bekanntheitsgrad rasch steigern. Alles steht und fällt mit der Qualität der Bilder.

7. Bist du aufgrund deines Hobby’s auf deinen Berufswunsch gekommen oder woher kommt diese Entscheidung? Hättest du nicht lieber einen kreativeren, weniger technischen Beruf erlernt?

Bislang ist der Beruf geradezu perfekt für mich. Autos an sich haben mich schon seit jeher interessiert und es gab auch immer die Begeisterung für spezielle und exklusive Modelle. Ich zähle mich eher zu den Autofotografen, die sich auch stark für die technischen Aspekte eines Fahrzeugs interessieren. Hier besteht sicher auch ein grosser Unterschied zu anderen Fotografen in diesem Bereich. Für mich war bei der Fotografie die Technik der Fahrzeuge seit jeher ein wichtiges Element und dies wird auch so bleiben. Es stand daher auch nie zur Diskussion, eine Ausbildung zum Fotografen zu absolvieren.

8. Du hast beruflich als angehender Automobil-Mechatroniker bei Porsche quasi täglich mit Luxusautos zu tun, könntest du dir vorstellen, dein Hobby zum Beruf zu machen?

Nicht wirklich, hierzu bin ich meiner Meinung nach nicht professionell genug. Zudem ist auch wie erwähnt mein Interesse an der Technik so hoch, dass ich mich in der Automobil-Mechatronik sehr wohl fühle.

Porsche 918 Spyder (Foto: Cédric Plattner)

Porsche 918 Spyder (Foto: Cédric Plattner)

9. Car Spotting scheint ein zeitintensives Hobby zu sein, ist dies gut vereinbar mit deiner Ausbildung? Hast du weitere zeitintensive Freizeitbeschäftigungen?

Es ist in der Tat zeitintensiv. Aber dennoch kann ich mein Hobby sehr gut mit meiner Ausbildung vereinbaren, zumal ich meist an den Wochenenden fotografiere und keine weiteren Hobbies habe, die so viel Zeit beanspruchen. Mit der Nachbearbeitung der Bilder könnte ich jedoch unendlich viel Zeit verbringen. Es empfiehlt sich daher, ein möglichst gutes Originalbild zu haben, welches keine umfangreiche Nachbearbeitung erfordert.

10. Konntest du bislang von deinem Hobby profitieren?

Ja schon. Dank meiner Tätigkeit wurde ich schon zum wichtigsten Event in diesem Bereich, dem Super Car Weekend nach Andermatt eingeladen. Zudem habe ich im Lauf der Zeit einige Besitzer solcher Luxusautos kennen gelernt, die mich dann auch schon mitgenommen haben, so dass ich das Fahrgefühl erleben und das Auto einmal genauer unter die Lupe nehmen konnte, was natürlich toll ist. Kürzlich wurde ich auch noch von einer Werbeagentur angefragt, die an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Man wird sehen, wie es sich weiterhin entwickelt.

Wir danken für das interessante Gespräch und wünschen auch weiterhin viel Erfolg bei diesem tollen Hobby!

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