Mit 18 Jahren floh Yohannes Kinfe mit seinen Geschwistern aus Eritrea. Gerade rechtzeitig bevor er ins Militär musste, wurde der Antrag auf Familiennachzug seines Vaters in der Schweiz bewilligt. Zwei Jahre lang konnte er dank dem Schweizerischen Arbeitshilfswerk in Fehraltorf zur Schule gehen. Dort lernte er unter anderem Deutsch und wie man Bewerbungen schreibt. Kein leichtes Unterfangen – er bekam viele Absagen. «Ich schaute ständig, wo es freie Stellen gab. Das Hilfswerk hilft zwar beim Erstellen von Bewerbungen, aber suchen und abschicken muss man selbst.»

Stellensuche ohne Erfahrung

Nach einiger Zeit kam dann ein Erfolg: Die AMAG Utoquai lud ihn zu einem Gespräch ein. «Ich war sehr erleichtert. Es war schon etwas deprimierend, immer nur Absagen zu bekommen». Beim Gespräch sagten ihm die Mitarbeitenden der AMAG Utoquai, dass sie ihn nicht einfach so ohne Erfahrung einstellen könnten. «Aber ich könne ein einjähriges Praktikum machen und dann die Lehre zum Automobilassistenten antreten.» Das Praktikum sowie die Lehre schloss er erfolgreich ab. Seit mehr als einem Jahr arbeitet Yohannes nun als Automobilassistent bei der AMAG. Seine Tätigkeiten bestehen meist aus Routinearbeiten wie Services durchführen und Bremsen kontrollieren. Nach Feierabend oder am Wochenende besucht er gerne seine Familie oder unternimmt etwas mit Freunden. «Ich bin sehr sozial», meint er mit einem scheuen Lächeln.

Automobilassistent Yohannes Kinfe bei seiner Arbeit

Automobilassistent Yohannes Kinfe bei seiner Arbeit

Schritt für Schritt

Im Team sei er sehr schnell und unkompliziert aufgenommen worden. «Es gefällt mir sehr hier und alle sind nett. Aber ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen,» meint der heute 24-Jährige mit leichtem Schulterzucken. Vielleicht mache er später noch eine Weiterbildung, damit er mehr und komplexere Aufgaben übernehmen kann. Aber zuerst möchte er etwas mehr Erfahrungen sammeln.

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