Fahrzeug Logistik Lupfig

In Reih und Glied stehen die Fahrzeuge im FLZ Birrfeld.

Wer von Zürich in Richtung Basel oder in der Gegenrichtung unterwegs ist, kann es kaum übersehen: In Lupfig AG stehen auf dem Areal Birrfeld direkt neben der Autobahn A3 massenhaft Autos. Es sind nicht irgendwelche Autos, es sind frisch importierte Fahrzeuge der AMAG Import AG, die zum ersten Mal Schweizer Luft schnuppern. Die Neuwagen von VW, Audi SEAT und CUPRA kommen entweder per Zug oder Lastwagen aus den zahlreichen Werken des Volkswagen Konzerns in Lupfig an. Die Fahrzeuge von ŠKODA werden in Studen BE abgewickelt. Jedes der Fahrzeuge wird in den Fahrzeuglogistik Zentren Birrfeld oder Studen verzollt, geprüft, zwischengelagert und für den Weitertransport zu den Händlern vorbereitet. Dabei werden auch häufig noch technische Zusatzarbeiten geleistet.

Beat Jaeggi

Beat Jaeggi, Managing Director mobilog AG.

Diese Leistungen erbringt die mobilog AG. Doch was macht die mobilog AG neben der Fahrzeuglogistik genau? Beat Jaeggi leitet das neue Tochterunternehmen der AMAG und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die mobilog AG ist am 1. Januar 2021 offiziell gestartet. Was macht das Unternehmen genau?
Die mobilog AG ist eine Tochterfirma der AMAG und verantwortet alle Logistikdienstleistungen der AMAG Gruppe. Ein grosser Bestandteil sind die Fahrzeuglogistik Zentren (FLZ) in Lupfig AG (Birrfeld) und Studen BE mit insgesamt rund 110 Mitarbeitenden, welche die Verzollung, Zwischenlagerung und Verteilung unserer neuimportierten Fahrzeuge abwickeln.

Am Standort Buchs ZH befindet sich zudem das Teilelogistik Zentrum (TLZ) und der Hauptsitz der mobilog AG. Hier kümmern sich rund 220 Mitarbeitende darum, dass unsere Garagenpartner ihre Ersatzteile unkompliziert bestellen können und rechtzeitig erhalten. Zudem gehören zur mobilog AG auch die Regionallager für Ersatzteile in Münchenbuchsee BE, Daillens VD und Bioggio TI. Gesamthaft werden täglich über 20’000 Ersatzteilpositionen ausgeliefert.

Unser drittes Geschäftsfeld sind die Räderhotels. Was viele nicht wissen: Auch Garagen lagern die Räder und Reifen der Kundinnen und Kunden oft nicht im eigenen Betrieb, da der Platz fehlt. Wir bieten mit unseren 5 Räderhotels und einer Kapazität von rund 300’000 Rädern genau diesen Stauraum für unsere Garagenpartner. Wir leisten mit 16 Festangestellten und vielen saisonalen Temporären über 1 Million Bewegungen von Kundenrädern.

Zuletzt erbringt die mobilog viele Transportaufträge für die AMAG und ihre Partnergaragen, bewegt also die Fahrzeuge, Ersatzteile, Räder und Reifen aus den Lagern und Räderhotels zu den Betrieben oder wieder zurück. Die Transportorganisation beinhaltet auch das Betreiben von 9 Umschlagplätzen für einen effizienten Warenfluss. In diesem Bereich arbeiten über 100 Mitarbeitende. Viele Aufträge werden auch zahlreichen Transportdienstleistern übergeben, vor allem wenn es Fahrzeuge über 3.5t Gesamtgewicht braucht. Total haben wir im Transport eine Tagesleistung von rund 30’000 km, damit alle Produkte rechtzeitig bei den Kundinnen und Kunden eintreffen.

Teile Logistik Buchs ZH

Im Teilelogistik Zentrum Buchs werden Ersatzteile sortiert und weitergeleitet.

Ein sehr breites Feld! Aber wieso wurde entschieden, eine eigene Firma für die Logistik zu gründen?
Bis Ende 2020 waren diese Geschäftsfelder Teil der AMAG Import AG. Mit dem neuen neutralen Namen und dem neuen Auftritt können wir uns von der AMAG abheben. Wir streben mit der mobilog AG in Zukunft auch Drittmärkte an. Das bedeutet, dass wir dann nicht mehr nur Dienstleistungen für die AMAG Gruppe, sondern auch für andere Unternehmen im Automobilbereich anbieten möchten. Das Know-how, das wir uns über die letzten Jahrzehnte in der Logistik aufgebaut haben, soll auch von anderen im Markt genutzt werden können. Denn eine eigene Logistik zu führen oder gar aufzubauen ist mit enormen Kosten verbunden. Um diese Kunden anzusprechen, hilft uns der frische und unabhängige Name mobilog.

Wie kam der Name überhaupt zustande?
Unsere rund 500 Mitarbeitenden konnten ihre Namensideen einreichen. Wir entschieden uns dann für mobilog, eine Kombination aus Mobilität und Logistik. Denn der Name trifft genau das was wir tagtäglich tun: Die Mobilität durch unsere Logistikdienstleistungen ermöglichen.

mobilog Logistik Logo

Das neue Logo trägt zwar nicht mehr AMAG im Namen, doch erinnert stark an das AMAG Logo

Du bist seit 28 Jahren für die AMAG tätig. Seit dem 1. Januar 2021 hast du deine neue Rolle übernommen. Welche deiner bisherigen Berufs- und Lebenserfahrungen helfen dir, die neue AG erfolgreich zu leiten?
In den vergangenen Jahren habe ich innerhalb der AMAG und vor allem innerhalb der Logistik viele Abläufe, Systeme und Personen kennengelernt. Ich habe durch die Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Konzern mehr über die Anforderungen auf Lieferantenseite erfahren. Aufgrund der vielen Projekte, die ich begleiten durfte, kenne ich ausserdem die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden. Das wird mir in der jetzigen Rolle sicher helfen. Zudem habe ich mehrjährige Führungserfahrung und habe mich mit meiner Weiterbildung an der Universität St.Gallen zum Thema Strategieerarbeitung und Führung gut auf die jetzige Position vorbereitet.

Was mich als Mensch ausmacht, ist meine praktische Veranlagung. Ich bin ein Macher. Das hat sich auch schon während meiner jungen Jahre gezeigt: Während des Studiums bin ich Lastwagen gefahren und habe gelernt anzupacken. Dadurch kann ich die Herausforderungen, mit denen Logistikmitarbeitende zu tun haben, sicher ein Stück besser nachvollziehen.

Aufgabenfelder der mobilog AG

Logistik Aufgaben mobilog

Worauf freust du dich in den kommenden Monaten?
Die Gründung der neuen AG war ein sehr komplexes Unterfangen, wir mussten diverse Prozesse ausgliedern und neu aufbauen. Nun ist das gröbste an Aufbauarbeit geschafft. Jetzt freue ich mich auf die anstehenden Herausforderungen und die umfangreichen und komplexen Infrastrukturprojekte, wie etwa die Sanierung im TLZ in Buchs oder die Umbauten und Erweiterungen im FLZ im Birrfeld. Dort werden wir nämlich das neue Autolagerhaus «Fuchshalde» bauen, die Einrichtung für den Waschprozess umbauen, ein neues Karosserie- und Lackzentrum bauen und Fotovoltaikanlagen für die eigene Stromproduktion aufstellen.

Ich freue mich aber auch auf erste Drittmarktaufträge, die für uns ein ganz neues Feld auftun. Am allermeisten freue ich mich aber darauf, all diese Dinge mit meinem Team umsetzen zu können. Wir stehen mittendrin und können es kaum erwarten, die Projekte anzugehen.

Das klingt sehr spannend. Welche Möglichkeiten siehst du im Feld der Digitalisierung?
Die Digitalisierung ist aus meiner Sicht keine Kür, sondern eine Pflicht. Da in Zukunft die Geschwindigkeit, Genauigkeit, Flexibilität und die Transparenz in allen Bereichen zunehmen werden, ist ein hoher Digitalisierungsgrad unumgänglich. Wir haben in der Logistik bereits heute viele digitalisierte und automatisierte Prozesse. So zum Beispiel das Handling der fast 300’000 Räder, die wir pro Saison in den Betrieben abholen und in den Räderhotels waschen, einlagern und wieder ausliefern. Dieser Ablauf wäre ohne Scantechnik nicht mehr vorstell- und umsetzbar. In der Teilelogistik sind wir mit der digitalen Verfolgung der Prozesse schon sehr weit, doch auch da gibt es Optimierungspotenziale, die wir derzeit analysieren. Wir prüfen weitere Optionen, wie das digitale Erfassen von Transportschäden mit Grossscannern und künstlicher Intelligenz. Dies wird uns Fahrzeugübergaben massiv erleichtern. Zudem prüfen wir ein Geolocating im FLZ in Lupfig, sodass wir die Fahrzeuge mittels GPS-Signal auf der riesigen Fläche schneller lokalisieren können.

 

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