Der Kunde bringt sein Auto in die Garage – der Zahnriemen muss ersetzt werden. Der Betrieb selbst hat für das bestimmte Modell keinen passenden im Lager und bestellt ihn online. Am Nachmittag wird das Ersatzteil geliefert und der Kunde kann am Abend sein Auto wieder abholen. Fast alle Bestellungen der ganzen Schweiz werden innerhalb eines halben Tages ausgeliefert. Wie ist das möglich? Wir blicken hinter die Kulissen der AMAG Logistik.

Ersatzteil-Lieferungen in die ganze Schweiz und Lichtenstein

Praktisch sämtliche Lieferungen an Ersatzteilen und Aftersales-Artikel gehen vom Logistikzentrum in Buchs ZH aus. Die tausenden Artikel der Herstellerwerke werden zu 70% per Bahn in die eigene Bahnstation des Zentrums angeliefert, der Rest kommt per LKW in die Schweiz. Dort werden sie zuerst verzollt, etikettiert, im System erfasst und schliesslich ins Lager transportiert.

Fakten zum Logistikzentrum Buchs

  • 213 Logistikmitarbeitende, davon 25 Lernende
  • Das Logistikzentrum Buchs hat eine Fläche von 40’000 Quadratmeter
  • 100’000 Positionen werden im Logistikzentrum gelagert
  • Bis zu 20’000 Positionen (rund 60’000 Teile) werden täglich aus dem Logistikzentrum verschickt
  • 100 Chauffeure legen täglich eine Strecke von 20’000 km für Auslieferungen zurück
  • 1700 Garagenbetriebe werden täglich beliefert

Von dort aus werden sie in die Regionallager in Daillens, Bioggio und Münchenbuchsee sowie zweimal täglich direkt in rund 1700 Garagenbetriebe und andere Kunden in der Schweiz und Lichtenstein geliefert. 60’000 Teile gehen täglich auf die Reise und ermöglichen so 15’000 Reparaturen und Services, die noch am selben Tag ausgeführt werden können. Wie wird da die Fehlerquote tief gehalten?

Automatisierung für bessere Kontrolle

Auch bei der Logistik hielt die Digitalisierung Einzug: Bestellungen kann der Auftraggeber entweder direkt online ins System eintragen oder via Anruf ins Parts Competence Center der AMAG, welche es dann erfasst. Die Anrufe werden zum grossen Teil von einer Spracherkennung erfasst. Einmal im System, wird der Auftrag automatisch zur Abwicklung freigegeben. Es wird geprüft, an welchem Lager das Teil vorrätig ist oder es beim Werk bestellt werden muss. Zudem wird die Lieferroute zugeteilt und die Artikelnummer in die Versandliste eingetragen. Je nach Teil wird es autonom von einem Roboter im Logistikzentrum geholt und zum Warenausgang gebracht. Dadurch, dass die Auslieferungen vom System koordiniert werden, können viele Leerfahrten vermieden werden.

Überwachung der Teile

Der Fahrer des Lieferwagens «schiesst» den Artikel mit einem Scanner bei der Auslieferung im Garagenbetrieb ab. Damit wird der Artikel aus der Liste ausgetragen – zudem würde der Fahrer gleich eine Meldung erhalten, wenn er das Teil am falschen Ort auschecken würde.

Die moderne Software, mit der die Teile des Logistikzentrums verwaltet werden, überwacht ständig sämtliche Positionen. So hat es jederzeit den Überblick über die 40’000 Quadratmeter und 100’000 Positionen (ein Räderset ergibt beispielsweise eine Position) und wann sie sich wo befinden. So geht nichts vergessen.

Fakten zum Parts Competence Center

  • Das Parts Competence Center PCC beantwortet und verarbeitet Fragen der Kunden zu Teilen und Zubehör, der Bestlabwicklungen, den Auslieferungen, Reklamationen oder Gutschriften
  • 47 Call Agenten, die 3 Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch) sprechen
  • Täglich zwischen 1’400 – 2’300 Anrufe à 2 ½ Minuten
  • Erfasst täglich rund 1800 Aufträge
  • Regelmässige interne Trainings
  • 97% Teileverfügbarkeit
  • Teile können (neben Mail, Telefon) von den Partnern über sechs verschiedene Systeme bestellt werden
  • 83% der Bestellungen wird rein elektrisch abgewickelt
  • Chassisnummern werden am Telefon elektronisch via Spracherkennung für Nora Partner aufgenommen und erkannt zum schnelleren Handling der Bestellungen (dies für alle Deutschschweizer Dialekte)

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