Begleitet von der Swiss Start Up Factory machte eine AMAG Delegation mit Kadermitarbeitenden aus den Bereichen Vertrieb, New Mobility, IT, Business Development und Leasing eine «Study Tour» in Israel. Das Programm sah Besuche von unterschiedlichsten Start-up’s aus dem Mobilitäts- und Autosektor in Tel Aviv vor. Wir haben im Gespräch mit Philipp Wetzel, Leiter Marketing & Business Development & CDO AMAG Import, Interessantes über den Besuch erfahren können.

Hallo Philipp, mit einer AMAG Delegation hast Du kürzlich Tel Aviv besucht. Was war der Hintergrund des Besuchs?

Wir wollten vor Ort «live» die Digitalisierung und New Mobility spüren. Zudem hielten wir Ausschau nach Geschäftsideen und Start-up’s im Mobilitätsumfeld.

Warum gerade in Israel?

Israel ist nach dem Silicon Valley der eindrucksvollste Investitionsstandort der Welt. Es verfügt über 200 Start-up’s im Mobilitätssektor, namhaft in den Bereichen Informationstechnologie, Navigation, Deep Learning, Augmented & Virtual Reality sowie Safety & Security. Die Start-up’s sind noch nicht so abgeschöpft wie im Silicon Valley. Zudem ist die Anreise mit 3,5 Stunden bedeutend kürzer als nach Amerika.

Warum ist Deiner Meinung nach gerade Israel führend im Bereich der Start-up’s?

Einerseits sind viele Start-up’s, die dort in jüngster Zeit gross herausgekommen sind, wie zum Beispiel Waze oder Mobileye, als Spin-offs aus ursprünglich militärischen Projekten entstanden. Die Armee hat in Israel hohes Gewicht und verfügt über die neusten und bedeutendsten Technologien und Systeme. Somit sind die meisten Israeli, welche eine Ausbildung in der Armee absolviert haben und es in die Eliteeinheiten schaffen, schon einmal gut aufgestellt. Und das sind viele, denn in Israel gibt es die Militärpflicht für Männer und Frauen.

Andererseits haben die Israeli eine Mentalität, welche sich für Start-up’s gut eignet: Sie sind bekannt dafür, alles zu hinterfragen und haben keine Angst vor dem Versagen. Misserfolge werden in der israelischen Gesellschaft akzeptiert und viele Unternehmer haben mehrmals eine Firma gegründet. Weiter gibt es in diesem Land natürlich sehr viele gute Universitäten und die Isrealis denken grundsätzlich sehr global.

 Welches war Dein eindrücklichstes Erlebnis?

Israel ist ein Immigrationsland, es vereinigt Menschen aus über 90 Ländern. Es befindet sich geopolitisch in einer sehr delikaten Position. Wie bereits erwähnt, hat das Militär einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Wir haben Schweizer und Deutsche getroffen, die sich entschieden haben, drei Jahre Militärdienst für Israel zu leisten. Anschliessend leisten viele einen aktiven Beitrag für dieses Land, sei dies in einem Start-up oder durch ein eigenes Projekt. Der Antrieb und die Motivation sind unglaublich und sofort spürbar, ohne dass dies auf mich dogmatisch wirkte.

Die Swiss Startup Factory SSUF hat Euch beim Besuch begleitet. Wie sieht Eure Zusammenarbeit aus?

Die SSUF hatte den Auftrag erhalten, das Programm nach unseren Bedürfnissen zusammenzustellen. Sie stellten uns dabei ihr bereits aufgebautes Netzwerk zur Verfügung. Interessanterweise war ja Bundesrat Schneider-Ammann zwei Wochen vor unserem Besuch ebenfalls in Tel Aviv und absolvierte teilweise dieselben Besuche. Wir durften auch den Schweizer Botschafter Jean-Daniel Ruch treffen und hatten mit ihm einen interessanten Austausch.

Gruppenbild der AMAG Delegation beim Besuch der Start-ups in Tel Aviv

Die Delegation der AMAG mit den Vertretern der Swiss Startup Factory

 

Was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten Learnings, welche Du mitnehmen konntest?

Israel zeichnet sich durch Kompetenzen in den oben beschriebenen Bereichen aus, welche die militärische Formation ermöglicht. Zudem sind die Israelis sehr gut im schnellen Aufbau von Pilotprojekten und sie beherrschen agile Projektmethoden nachweislich. Es gibt viele Parallelen, aber auch Unterschiede zur Schweiz. Die Schweiz hat komplementäre Fähigkeiten und wir könnten als Land wie auch als AMAG von den positiven Eigenschaften profitieren, indem wir diese zusammenbringen. Die Swiss Startup Factory überlegt sich, in Tel Aviv einen Ableger zu eröffnen. Dadurch hätten wir einen indirekten Zugang zur lokalen Industrie.

Wie geht es nun weiter bei der AMAG? Kannst Du uns ein paar Einblicke in zukünftige Projekte geben?

Wir haben zahlreiche Inputs erhalten, die wir gerne mit unseren Start-up’s und unseren Projekten abgleichen wollen. Wir prüfen, wo es bereits Lösungen gibt und wo beispielsweise eine Kombination Sinn machen könnte. Zudem hoffe ich, dass wir auf den Kontakten, die wir vor Ort geknüpft haben, aufbauen können.

 Vielen Dank für das Gespräch.

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