Die Typengenehmigung ist etwas, das es ausschliesslich in der Schweiz gibt. Im Fahrzeugausweis ist sie unter Punkt 24 zu finden. Diese Nummer wird erteilt für Fahrzeuge, die den europäischen Vorschriften entsprechen; vereinfacht gesagt bei denen der Hersteller alle, die für die entsprechenden Fahrzeugkategorie geltenden Genehmigungen eingeholt hat. Nach der Zulassung des Fahrzeugs ist Typengenehmigungsnummer unter anderem für Strassenverkehrsämter anlässlich der periodischen Fahrzeugprüfung oder für Garagisten relevant: Sie können dort beispielsweise nachschauen, welche Bereifungen für das Fahrzeug zugelassen sind oder ob eine Nachrüstung einer Anhängerkupplung möglich ist. Doch woher kommt diese Nummer?

Der Hersteller des Fahrzeuges, beispielsweise Volkswagen, baut ein neues Auto und muss alle Punkte, die für eine Verkehrszulassung im EU-Raum relevant sind, genehmigen lassen. Dazu gehört unter anderem die Abgasemissionen nach dem WLTP-Prüfverfahren genauso wie der Platz für das Nummernschild; alles ist genormt und vorgegeben. Geprüft werden alle Versionen eines Modells, was das Prüfverfahren aufwändig und langwierig macht. Sobald alles genehmigt ist, wird eine EU-Gesamtgenehmigung erteilt und für die entsprechenden Fahrzeuge können COC (Certificate of Conformity) ausgestellt werden.

Für die Zulassung von VW, Audi, SEAT, ŠKODA und VW Nutzfahrzeugen in der Schweiz fasst die Homologation die erforderlichen Daten aus der EU-Gesamtgenehmigung zusammen und überträgt sie in ein Dokument. Dieses Dokument wird ans ASTRA (Bundesamt für Strassen) übermittelt. Dort werden die Angaben überprüft und den verschiedenen Versionen Typengenehmigungsnummern zugewiesen. Im Weiteren werden die Daten ins sogenannte Targa-Data-System übertragen. Dieses System ist eine Datenbank, in der alle je in der Schweiz typengenehmigten Fahrzeugmodelle enthalten sind. Mit Hilfe von Schnittstellen haben insbesondere Bundesämter, Polizei und Versicherungen Zugriff. Seit rund einem Jahr können die Markenvertreter über das PartnerNet ebenfalls auf dieses System zugreifen.

Nach der Bearbeitung übermittelt das ASTRA der Homologation die Dokumente. Die Homologation überträgt die Daten ins EDV-System sodass das Fahrzeuglogistikzentrum in Lupfig oder Studen, wo auch die Verzollung der Fahrzeuge stattfindet, das Formular 13.20 A – der «Geburtsschein» des Autos – ausdrucken und dem zuständigen Markenhändler zustellen kann. Mit eben diesem Formular kann dann beim Strassenverkehrsamt das Fahrzeug eingelöst werden.

Seit der Umstellung des Abgas-Prüfverfahrens von NEFZ auf WLTP im 2018 hat der Prüfumfang massiv zugenommen. Dies führt neben den Auswirkungen auf die Produktion zu mehr Aufwände bei den Prüfstellen, dem ASTRA sowie der Homologation. Dadurch werden die Fristen zwischen der Genehmigung und der Auslieferung der Fahrzeuge immer kürzer; es kommt immer häufiger vor, dass Fahrzeuge bereits in die Schweiz geliefert wurden, der Hersteller die notwendigen Genehmigungen aber noch nicht freigeschaltet hat. Dies führt dann zu ärgerlichen Verzögerungen bei der Einlösung von Fahrzeugen, da die dafür notwendigen 13.20A aufgrund der fehlenden Typengenehmigungen noch nicht verfügbar sind.

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