Der Kunde verlässt den Garagenbetrieb oft gleich nach der Ablieferung des Fahrzeugs und bekommt das Diagnosegerät selten bis nie zu Gesicht. Das ändert sich nun mit diesem Bericht. Das Diagnosegerät wird nämlich praktisch immer eingesetzt, sobald sich ein Fahrzeug in einer Werkstatt befindet. Sei dies als Folge des Aufleuchtens einer Kontrolllampe oder als Begleitinstrument in der Fahrzeugprüfung während einem Service.

Einsatz und Vorgehen des Diagnosegerätes

In einem ersten Schritt wird das On-Board-Diagnosegerät im Innenraum des Fahrzeugs, links oberhalb des Bremspedals, eingesteckt (siehe Bild). Das Gerät verbindet sich mit dem Fahrzeug und sendet die Ergebnisse der Diagnose an ein Empfangsgerät. Durch spezielle Softwareanwendungen können diese Resultate wahlweise auf einem Computer, Notebook oder Tablet abgelesen und evaluiert werden. Der Techniker kann dann am Empfangsgerät mit der Diagnose starten und den Fehlerspeicher auslesen. Sämtliche Systeme, die vom Fahrzeug elektronisch überwacht werden, können Fehlermeldungen generieren. Wenn jedoch zum Beispiel eine Ventilfeder bricht, führt das allein nicht zu einer Fehlermeldung, da es sich um einen rein mechanischen Defekt handelt. Weil aber die Ventilfeder mit elektronisch überwachten Systemen zusammenspielt, wird der Fehler darüber gemeldet und schlussendlich so gefunden.

Auf einer Übersicht werden die verschiedenen Ergebnisse angezeigt. Die rote Markierung bedeutet, es liegt ein Fehler auf diesem System vor (siehe Bild). Die Ereignisse können einzeln angewählt und ausgewertet werden. Die Auswertung liefert eine Menge an Informationen zum aufgetretenen Fehler. Es sind dies unter anderem:

  • Art des Fehlers (statisch oder sporadisches Auftreten)
  • Häufigkeitszähler (wie häufig wurde der Fehler gemessen)
  • Verlernzähler (Anzahl fehlerfreie Fahrzyklen, die erforderlich sind, bis der Fehlercode sich selbst löscht. Diese Anzahl ist für jeden Fehler unterschiedlich.)
  • Kilometerstand (bei welchem Stand der Fehler aufgetreten ist)
  • Fehler-Priorität (Fehler werden nach Priorität kategorisiert; von Priorität 1 «Fahrbetrieb sofort einstellen» bis Priorität 8 «allgemeiner Hinweis)

Nach einer Evaluation des Fehlers und nach der Abarbeitung der relevanten Schritte zusammen mit dem Diagnosegerät, kann eine Diagnose erstellt werden. Es wird ersichtlich, welches Teil ersetzt werden muss. Sobald das Teil mechanisch eingebaut wurde, kommt das Diagnosegerät wieder zum Einsatz. Das neu eingesetzte Teil wird mithilfe des Diagnosegeräts an das Fahrzeug gekoppelt und angelernt. Denn nebst der Auslesung von Daten und Fehlerspeichern, können auch Funktionen überprüft werden. Mithilfe des Diagnosegeräts kann zum Beispiel ein Überrollschutz eines Cabriolets angesteuert und so getestet werden. Zum Schluss wird nochmals überprüft, ob der Fehler auch wirklich behoben ist und nicht mehr auf der Übersicht erscheint. Das Diagnosegerät begleitet die Fahrzeugprüfung also vom Anfang bis zum Ende.

Ursprung und Hintergrund

On-Board-Diagnose Systeme wurden in den 1980er Jahren in den USA eingeführt. Grundlage war die Überlegung, dass es nicht ausreicht, bei der Zulassung die Abgasvorschriften einzuhalten, sondern dass die Einhaltung über die ganze Lebensdauer des Fahrzeugs sichergestellt werden soll. Das heisst, zu Beginn wurden nur abgasrelevante Fehler im System angezeigt. Zum ursprünglich angedachten umweltrelevanten Aufgabenbereich kamen dann auch sicherheitsrelevante Bereiche, wie zum Beispiel Gurtsysteme und Airbag, Kurzschlüsse, Probleme mit möglichen Motorschäden als Folge und diverse Wartungshinweise wie beispielsweise der Ölstand hinzu.

Es gibt noch keine Kommentare.