Für unsere Wintertipps haben wir mit den Experten gesprochen. Wie man sein Fahrzeug sicher und regelkonform durch Schnee und Eis bringt, hat uns Pascal Meisser, Serviceleiter der AMAG Davos, verraten.

Gerne fassen wir für Euch seine wichtigsten Tipps zusammen:

Enteisen

Falls keine Garage vorhanden ist, ist ein guter Wintertipp, das Fahrzeug an einer Hauswand zu parkieren. Danach sollte man die Frontscheibe abdecken, weil diese am schwierigsten zu kratzen ist. Dazu eignet sich am besten eine Frontscheiben-Thermo-Schutzmatte. Notfalls kann man auch eine Decke nehmen, diese sollte aber in der Türe eingeklemmt werden. Seitenscheiben sind schnell gekratzt, müssen daher nicht abgedeckt werden. Die Heckscheibe auch nicht, weil diese mit der Heckscheibenheizung innert ca. 2 Minuten frei ist.

Falls man keinen Scheibenkratzer dabei hat, kann man alternativ eine CD verwenden. Finger weg vom Wasser – weder heisses noch kaltes! Da die Scheibe selber kalt ist, würde das kalte Wasser nach kurzen wieder einfrieren. Mit heissem Wasser besteht die Gefahr, dass die Frontscheibe einen Riss erhalten könnte.

Eissprays sind gut und wirksam und daher empfehlenswert, wenn man keine Garage hat. Innert Sekunden ist die Scheibe damit frei. Zudem kann man sie auch an der Türfalle und -schlössern verwenden. Bei der Karosserie könnte man eher noch kaltes oder lauwarmes Wasser zum Auftauen anwenden.

Wintertipps für Autos – Eisspray kann man einfach und schnell anwenden

Mit einem Eisspray ist das Türschloss schnell frei

Verboten ist aber, den Motor anzustellen, anstatt zu Kratzen. Zudem geht das sehr lange bis der Motor wirklich aufgewärmt ist. Letztendlich gäbe es noch die Möglichkeit, eine Standheizung einbauen zu lassen.

Schneeketten

Man muss beim Kauf darauf achten, dass die Ketten auf die Reifendimension des Fahrzeuges passen. Die Montage sollte man am besten einmal Üben, dann ist man im Ernstfall gut vorbereitet. Dann einen sicheren und ebenen Platz suchen und Pannendreieck aufstellen. Ob Ketten an allen vier Rädern montiert werden müssen, schreibt grundsätzlich der Hersteller in der Betriebsanleitung vor. Meistens werden lediglich zwei Ketten an der Antriebsachse montiert, natürlich auch beim Allradantrieb. Nicht vergessen: Handschuhe bei der Montage tragen – schützt vor Kälte und Schnee.

In der Regel sind bei einem Kettenobligatorium die Allradantriebe ausgenommen. Mit einem 4×4 kann man dann die genannte Strecke also befahren. Bei den Schneeketten gibt es Unterschiede bezüglich Montage und Stabilität.

Die besten Erfahrungen bezüglich Preis/Leistung habe ich mit den Schneeketten von Gamaparts der Marke König gemacht. Sie sind zudem am einfachsten zu montieren. Man nimmt sie aus der Schachtel, schnürt sie um den Reifen, zusammenfügen, spannen und fertig. Dauert pro Rad nicht mal 1 Minute. Bei der Montage darauf achten, dass man eine kurze Strecke fährt und dann die Schneeketten nochmals anzieht.

Batterie

Die Batterieleistung kann bei Kälte schnell nachlassen. Wenn man vom Unterland in die Berge fährt, kann es einen Temperaturunterschied von 20 Grad geben und eine Batterie macht darum schnell schlapp. Die Batterie entlädt sich bei Kälte viel schneller. Auch benötigt man beim Start des Motors viel mehr Energie.

Es lohnt sich daher, vorab einen Wintercheck durchführen zu lassen. Dabei wird der Ladestand der Batterie geprüft.

Klimaanlage

Diese sollte man auch im Winter eingeschaltet resp. auf «Automatik» stellen. Sie Stellt sich ja beim Erreichen einer gewissen Aussentemperatur automatisch ab. Der Nutzen dabei ist, dass sie der Luft im Innenraum des Fahrzeuges Feuchtigkeit entzieht. Die Fensterscheiben beschlagen so bei Regen oder Schnee weniger und es wird für klare Sicht und Sicherheit gesorgt.

 

 

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1 Kommentare

  • Brunner Susanne

    Danke für diese Informationen. Sehr hilfreich!